23. August 2016

Vom Kohlpott bis Lopshorn

Maimorgen mit Buchfinkengeschmetter und Lerchengetriller. Eine erquickende Brise hat sich erhoben, schaukelt sanft die frischgrünen Buchenwipfel und macht, daß das zahllose Heer der Roggenhälmchen eine aufgeregte Unterhaltung beginnt.

Jetzt aber, da ich, von Norden kommend, ins Werretal zum Dorf und Bahnhof Nienhagen hinabschreite, verlassen mich Buchenwipfel und Roggenhalme. Unvermittel bin ich vom Lehm- auf den Sandboden geraten. Eine neue Vegetation umgibt mich: Fichten und Kiefern und zwischen dem dunklen Grün leuchtete bisweilen ein Birkenstämmchen auf.

Da ist der „Kohlpott“, wo nach den bemerkenswerten [...]

12. Juni 2015

Die Armen in der Senne

Von den Höhen des Teutoburger Waldes sieht man in eine weite Ebene, die Senne genannt, deren ödester Theil sich zwischen Paderborn, Bielefeld und dem Fürstenthum Lippe hinzieht. Sie gewährt einen eigenthümlichen Anblick, der sich wohl am besten mit der Aussicht vergleichen läßt, die man in der Abenddämmerung, von einem hohem Punkte des Strandes, auf die See hat. Die Täuschung wird noch größer, wenn in den Strahlen der untergehenden Sonne, oder im Mondlicht, die dunklen Wasserflächen einiger Teiche zu leuchten beginnen, die hin und wieder den Sand durchschneiden, [...]

31. März 2015

Kindtaufe in der Senne um 1860

Kindtaufe in der Senne um 1860

Es ist Regel, daß das Kind von drei oder vier Gevattern oder Gevatterinnen zur Taufe gehalten wird. Die Taufe selbst wird am Ende des Gottesdienstes vor versammelter Gemeinde vorgenommen. Nur ausnahmsweise kommt es bei unseren Mobilitäten vor, daß sie die Taufe im Eltemhause wünschen.
20. August 2014

Das Jagdschloss Lopshorn und das Sennergestüt

Im „Heimatland Lippe", der Zeitschrift des Lippischen Heimatbundes, sollen Stätten der Erinnerung aus dem Räume des einstigen Landes Lippe, die nicht mehr sind, wieder aufleben. Da darf Lopshorn, das Lust- und Jagdschloss der lippischen Grafen und Fürsten, nicht fehlen. Verknüpfen sich doch für viele, recht viele der noch lebenden Lipper Erinnerungen damit, die nicht auszulöschen sind....
21. April 2014

Die Berkemeyers

Man schreibt das Jahr 1617. Über die Kachtenhauser Heide weht der Maienwind und spielt im Laub der drei Birken, dem Wahrzeichen des Hofes. Jobst, den kleinen Stammhalter auf dem Arm, steht neben seiner Frau in der Hoftür und blickt mit stiller Freude in das junge Birkengrün hinein. „Sind das nun nicht die schönsten Pfingstbäume weit und breit, Anna?“ — „Ja“, meint sie, „und zu Pfingsten freue ich mich auch immer besonders an ihnen.
29. März 2014

Ein Augustdorfer Zieglerleben um 1900

Um die Jahrhundertwende arbeitete ein großer Teil der Augustdorfer im Zieglerberuf. Die wenigen wirtschaftlichen Verdienstmöglichkeiten innerhalb des Dorfes zwangen die Männer, nach auswärts zu gehen. Die kümmerlichen Erträge des Sandbodens reichten zum Lebensunterhalt der Familie kaum aus. Überdies hatten fast alle Familien eine ansehnliche Kopfstärke.
6. März 2014

Die alten Krüge der Senne

Die alten Krüge waren in der Zeit, als noch die zweirädrigen Fuhrkarren die einzigen Fahrzeuge des Überlandverkehrs waren, mehr als Dorfwirtshäuser, sie lebten hauptsächlich von der Beherbergung und Beköstigung, die sie den fremden Reisenden und Fuhrkärrnern boten, und von dem Vorspann, den sie den Fuhrwerken an steilen Wegstrecken leisteten.
19. Dezember 2013

Am Rand der Senne

Um die Mittagszeit wird es in den Kiefernschlägen unerträglich heiß. Die Baumpieper verstummen, und die Heidelerchen sind müde. Die Luft ist voller Harzgeruch. Aus den Kronen kommt ein leises Knacken, wenn sich die Zapfen öffnen. Nur die Waldameisen werden eiliger, sie mögen nicht den kühlen Morgen und die naßkalten Regentage.
7. Oktober 2013

Die Senne als Truppenübungsplatz

Eine abschließende militärische Ausbildung kann auf den Exerzierplätzen der Kasernen allein nicht gegeben werden. Wenn auch die Beherrschung des Exerzierreglements unbedingt zum soldatischen Können gehören muß, so ist es doch nicht zu umgehen, die Truppe auch gefechtsmäßig in den einzelnen Phasen des Kampfes zu üben, denn das „A“ und „O“ jeder militärischen Ausbildung ist schließlich die Heranbildung des für den wirklichen Kampf einsatzfähigen Soldaten, der neben der Theorie auch den gefechtsmäßigen Einsatz mit scharfem Schuß und kriegsmäßiger Munition geübt hat.

Diese [...]

18. September 2013

Haustenbeck im Jahre 1840

Die Dorfschaft Haustenbeck besteht aus 106 Stätten, den Pfarr- und Schulgebäuden, und dem Popp'schen Erbkruge nebst Mühle. Die Colonate liegen zerstreuet in der Senne umher, in einem Umkreise von etwa drei Stunden. Unter denselben ist nur eine einzige Kleinkötterstätte, die übrigen sind Hoppenplöcker-, Straßenkötter- und Neuwohnerstätten.
19. März 2012

Das alte Forsthaus Hartröhren

Wenn als Überschrift eines Artikels der Name „Forsthaus Hartröhren" erscheint, so bin ich gewiss, dass manchem alten Lipper und Detmolder das Herz höher schlägt, dieweil Hartrören unter allen lippischen Forsthäusern wohl am bekanntesten und beliebtesten war. Tausende sind jahrzehntelang immer wieder dorthin gepilgert, und wohl alle haben von diesem Gang durch unseren herrlichen....
19. Februar 2012

Ein Augustdorfer Jägeroriginal

Der im 2. Weltkrieg gefallene Lehrer Karl Kelle, der vor dem Krieg Mitpächter der Augustdorfer Gemeindejagd war, berichtet in seinen mir vorliegenden Jagdaufzeichnungen von einem Augustdorfer Jägeroriginal aus den zwanziger Jahren. In seiner Jugendzeit hatte Heuna, so wurde er von den Augustdorfern genannt, gewildert und kannte die Augustdorfer Jagdgefilde wie seine Westentasche....