18. September 2017

Das Waisenhaus in Barntrup

»O Barntrup, O Barntrup, du wunderschöne Stadt«, so blies der Schwager auf seinem beuligen Horn, als die Post in die Nähe von Barntrup kam. Früher hätte ich ihm recht gegeben, aber diesmal wollte mir das Städtchen Barntrup gar nicht mehr so „Wunderschön” vorkommen, besonders nicht an der Seite, wo wir einfuhren. Wenn man die Fabrikschornsteine und die neuen Häuser sieht, die so breit und Protzig dastehen, dann bleibt einem jener Gruß in der Kehle stecken. Man kennt heutzutage bald sein [...]

22. August 2017

Aus den Briefen eines wandernden lippischen Handwerksgesellen

Heinrich Uhmeier wurde 1857 in Barntrup geboren. Sein Vater Ludwig Uhmeier starb schon 1859 im Alter von 44 Jahren, gerade als er nach dem Brande von 1858, der einen großen Teil Barntrups in Schutt und Asche gelegt hatte, mit dem Neubau eines stattlichen Hauses (heute Untere Straße 1) begonnen hatte. Die Mutter Elise Uhmeier, geb. Dieckmeyer, wohnte zunächst mit ihren drei Kindern im Elternhaus, dem alten Posthaus. Der älteste Sohn Louis war — wie üblich — als Hoferbe vorgesehen; Heinrich, [...]

14. Dezember 2015

Der Ottenkrug

Die meisten denkwürdigen Bauten unserer Heimat haben einen großen Teil ihrer Romantik eingebüßt. Eine nüchtern denkende Gegenwart sucht ihnen in oft recht prosaischer Weise irgendeinen Nutzungswert abzugewinnen, wobei die Umwandlung einer alten Burg zur Jugendherberge, einer Mühle zur Kaffeewirtschaft noch die glimpflichste Form moderner Sachlichkeit darstellt.
24. Februar 2015

Ein Barntruper Schnatgang 1801

Es hat seine besonderen Reize, einmal zu erfahren, wie sich früher die Landbevölkerung über ihre Grenzen einigte, in einer Zeit, als es noch keine Kataster im heutigen Sinne gab. Setzte man genau wie heute Grenzsteine, oder gab es auch noch andere Gedächtnisstützen?
2. Januar 2014

Barntrup im Wandel der Zeit

Schon aus der Mittel- und Jungsteinzeit sowie Bronzezeit besitzen wir Fundstücke aus unserem Gebiet. Es sind Äxte, Beile und Hacken aus Granit, Gneis, Kieselschiefer und Feuerstein, glatt geschliffen, zum Teil durchbohrt, die aus der Jungsteinzeit stammen.
20. März 2013

Alverdissen, einst Hagenfestung und Herrensitz

Die älteste noch erhaltene Urkunde, in welcher der Ort Alverdissen erwähnt wird, ist fast 600 Jahre alt. Am 26. April 1366 erhielt Graf Heinrich V. zu Sternberg vom Nonnenkloster Ullenhausen im Tauschwege acht Stück Land bei „der Alverdisser Gemeinheit”, und in einer Urkunde vom 1. August 1370 geloben die „rade und Meynheyde” der Städte Bösingfeld, Barntrup und Alverdissen eidlich, dass sie dem Grafen von Schauenburg, dem die Sternberger ihr Land unterstellt....
20. März 2013

Barntrup im Dreißigjährigen Krieg

Zur Zeit des Grafen Otto erlebt auch sein Paragialgebiet Lippe-Brake die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges, die auch an Schloß und Stadt Barntrup nicht spurlos vorübergehen. Zuerst rückt 1621 Herzog Christian zu Braunschweig und Lüneburg mit einer “Armada von Soldaten zu Fuß und zu Pferd” an die Weser vor und fällt in die Grafschaft Lippe ein…. Dann kommt 1624 Feldmarschall Tilly nach Lippe. Graf Simon, der Landesregent, und Otto, der Braker Paragialherr, zogen 1622....
20. März 2013

Erinnerungen eines Neunzigjährigen an Barntrup.

Ich bin im Jahre 1834 geboren. Damals war Barntrup bedeutend kleiner als heute, und hatte nur 180 Nummern. Indessen waren die Menschen viel anspruchsloser in ihren Wohnungsverhältnissen,und es wohnten damals drei Familien in Häusern, die heute nicht einmal mehr für eine Familie ausreichen. In meinem Geburtsjahre sind 46 Kinder geboren, also beinahe.... gerade so viel, wie heute in einem Jahre geboren werden, (1923 waren es 47).
20. März 2013

Eine Jugendgeschichte aus Barntrup

Der 1830 geborene Ludwig Hartmann bewirtschaftete mit seiner Frau Karoline, geborene Hasselmeier, einen kleinen Bauernhof an der Mittelstraße gegenüber der Stenebergschen Zigarrenfabrik. Sie hatten fünf Söhne und drei Töch­ter. Heinrich übernahm als Altester den Hof. Seine Brüder wurden Handwerksmeister, während seine Schwestern aus dem Hause zogen und heirateten.
20. März 2013

Von Bernictorp zu Barntrup

Wer vom Steinberg oder aus der Vogelschau auf das südöstliche Gebiet unserer Gemarkung Barntrup herabsieht, gewahrt einen Fahrweg, der von der Bundesstraße 66 gegenüber der neuen katholischen Kirche abzweigt und nach Südosten auf die Bundesstraße 1 zugeht, genau da einmündend, wo die Pyrmonter Chaussee sich mit dieser wichtigen Fernstraße verbindet. Dieser Gemarkungsweg heißt „Schratweg“ oder im Volksmunde „Schrotweg“, auch auf der Gemarkungskarte von 1883. Es ist ein alter Fahrweg, wahrscheinlich einer der ältesten mit, der „schräg“ durch die Felder auf [...]

20. März 2013

Was Rotkreuzarzt Dr. med. Wilhelm Macherey am Ende des letzten Krieges in Barntrup erlebte

,Am 31. März 1945 brachten in kurzer Zeit feindliche Jagdbomber die Stadt an den Rand des Ruins. Durch diesen schweren Jaboangriff am Ostersonnabend wurden 7 Zivilpersonen im Innern der Altstadt und 3 deutsche Soldaten in der Großen Twete durch Bombenvolltreffer getötet. Von den 450 Häusern erlitten 9 einen Totalschaden und 240 Häuser wurden mehr oder weniger beschädigt. 25 Jahre sind seitdem vergangen.
20. März 2013

Der Bau des Barntruper Schlosses 1584-1604

Vom 18. bis 24. Mai 1976 veranstaltete die Stadt Barntrup eine eindrucksvolle Festwoche zur Erinnerung an die Verleihung des Stadtprivilegs vom 21. Mai 1376 durch den Grafen Heinrich V. von Sternberg.
20. März 2013

Der Tod in den Ellern

Von einem Erlebnis aus dem ersten Nachkriegsjahr soll hier berichtet werden, einer Zeit, als in unserer alten Schule an der Mittelstraße in zwei und in der sog. Roten Schule an der Sophienstraße in drei Klassenräumen zusammen täglich in drei Schichten 550 Schüler unterrichtet werden mussten ...
19. März 2013

Was aus dem alten Barntruper Hagen wurde

Am Sonnabend nach Reminiscere 1496 (5. März) hatte Bernhard, der Edelherr zur Lippe, seinen Untersassen, Mann und Getreuen Gerlach von Kerßenbrock mit einem rechten Erbmannlehen belehnt und zwar mit einem Hofe zu Hensentorp und einem freien lippischen Hof, innerhalb von Barrentorpe bei der Nedern Porten gelegen, nebst allen Zubehörungen.
19. März 2013

Die Berningtorper kauften Anno 1357 das Hainholz vom Heinrich von Sternberg

An einem Spätsommertage des vergangenen Jahres hatten die Barntruper Gelegenheit, mit einem Hubschrauber aufzusteigen und einen Rundflug über das obere Begatal zu machen. Der 15. September 1963 war ein ausgesprochen schöner und selten sonniger Sonntag, der viele Menschen, jung und alt, auf das „Hohe Feld" zum Start- und Landeplatz auf eine Weide zwischen „Wolfssiek" und „Selbeckbach“ hinaufgelockt hatte.
19. März 2013

Undank ist der Welt Lohn!

Aus den Unterlagen des Lippischen Landesarchivs, machten wir interessante Feststellungen: Am 11. November 1825 war im Bamtruper Waisenhaus und zwei weiteren Bürgerhäusern um 5 Uhr morgens eine Feuersbrunst ausgebrochen. In der Stadt Blomberg erhielt man hier rein zufällig davon Nachricht als ein Mann gegen 9 Uhr morgens aus Richtung Barntrup kam.
19. März 2013

Ein königlicher Einzug

Wie König Karl, der spätere Vater der Kaiserin Maria Theresia von Österreich, als junger König am 9., Oktober 1703 in Barntrup einen feierlichen Einzug hielt und für eine Nacht auf der alten, früheren Gräflichen Burg Quartier nahm. Zu jener Zeit hat die damalige kleine Landstadt Barntrup immer wieder um ihr Stadtrecht ringen müssen gegen Landesherren und den Widerspruch der übrigen Alt-Städte. Kriege und Fehden — die Eversteiner und Soester Fehde sowie der Dreißigjährige Krieg—hatten der Stadt sehr zugesetzt. Dazu kamen die mannigfachen Brände.