25. September 2017

Die Mordkuhle

Ein junges Mädchen entlarvt eine Räuberbande

Als der diesseitige Teil des lippischen Landes schon in kultureller Blüte stand, war die Senne noch öde und leer. Die Wegeverhältnisse waren die denkbar traurigsten, und nur die Handelskarawanen die Paderborn, Lippstadt und Bielefeld zustrebten, benützten die grundlosen und in ihrer Breite kaum zu übersehenden Wege. Räuberbanden trieben ihr Unwesen. In der Dörenschlucht lag nur der Dörenkrug, der auch, wie geschichtskundig feststeht, eine unsichere Bleibe war.

Wo die Landstraße von Detmold nach Lopshorn die Höhe des [...]

25. Juli 2016

Aus Veldroms vergangenen Tagen

Das unmittelbar an der ehemaligen Landesgrenze gelegene zweigeteilte Dorf Veldrom gehörte immer mit 377 ha und etwa 300 Einwohnern zu den kleinsten Gemeinden Lippes. Die Entwicklung stagniert seit sehr langer Zeit. Sein Name wurde 1160 als Druc, 1259 als Trucheim, 1530 als Veldtodrome, 1630 als Veldrohm erwähnt.
12. Juni 2015

Die Armen in der Senne

Von den Höhen des Teutoburger Waldes sieht man in eine weite Ebene, die Senne genannt, deren ödester Theil sich zwischen Paderborn, Bielefeld und dem Fürstenthum Lippe hinzieht. Sie gewährt einen eigenthümlichen Anblick, der sich wohl am besten mit der Aussicht vergleichen läßt, die man in der Abenddämmerung, von einem hohem Punkte des Strandes, auf die See hat. Die Täuschung wird noch größer, wenn in den Strahlen der untergehenden Sonne, oder im Mondlicht, die dunklen Wasserflächen einiger Teiche zu leuchten beginnen, die hin und wieder den Sand durchschneiden, [...]

6. März 2014

Die alten Krüge der Senne

Die alten Krüge waren in der Zeit, als noch die zweirädrigen Fuhrkarren die einzigen Fahrzeuge des Überlandverkehrs waren, mehr als Dorfwirtshäuser, sie lebten hauptsächlich von der Beherbergung und Beköstigung, die sie den fremden Reisenden und Fuhrkärrnern boten, und von dem Vorspann, den sie den Fuhrwerken an steilen Wegstrecken leisteten.
18. September 2013

Haustenbeck im Jahre 1840

Die Dorfschaft Haustenbeck besteht aus 106 Stätten, den Pfarr- und Schulgebäuden, und dem Popp'schen Erbkruge nebst Mühle. Die Colonate liegen zerstreuet in der Senne umher, in einem Umkreise von etwa drei Stunden. Unter denselben ist nur eine einzige Kleinkötterstätte, die übrigen sind Hoppenplöcker-, Straßenkötter- und Neuwohnerstätten.
1. September 2013

Die Burg in Kohlstädt

In Kohlstädt steht eine kleine, eher unauffällige Burgruine, die dennoch wegen ihres hohen Alters von besonderem Interesse ist. Die Tatsache, daß die Burganlage klein ist und nicht unserem romantischen Bild einer mittelalterlichen Ritterburg entspricht, führte dazu, daß in früheren Jahrhunderten allerlei merkwürdige Interpretationen der Anlage umliefen. Man hielt den Turm für einen Kalkofen, eine Eisenschmelze, eine „Heidenkirche“ oder gar den „Turm der Velleda“.‘ Vel(l)eda war eine Frau, die in der Zeit des Römischen Kaiserreiches (69/70 n. Chr.) als Seherin verehrt [...]

22. Juli 2013

Landbriefträger um die Jahrhundertwende

Mit der einspännigen Postkutsche auf den verzweigten Kursen „Haustenbeck“ und „Horn“

Noch bis in die vierziger Jahre des 19. jahrhunderts nahm wöchentlich zweimal eine Estafette1Unter Estafetten oder auch „Stafetten“, versteht man in der Postgeschichte die Eilzustellung durch Postreiter, welche Briefe oder Waren für einen Absender in schnellster Gangart vom Aufgabe- zum Bestimmungsort entlang eines Postkurses brachten. (Wickipedia) mit einem Felleisen voll Briefen ihren Weg von Frankfurt am Main nach Detmold, Bückeburg und Hannover. An der lippischen Landesgrenze erreichte sie dabei das [...]

27. Juni 2013

Der Schlänger Markt

Über 200 Jahre Schlänger Markt

Amtsrat Hermann Krücke aus Horn hatte am 11. Dez. 1789 bei der Regierung in Det­mold den Vorschlag gemacht, „zu Schlangen auf der offenen Heide daselbst, vorerst jähr­lich, einen Kram- und Viehmarkt anzule­gen.“ Es war die Zeit des fürstlichen Absolu­tismus, in der man mit Hilfe der Wirtschafts­lehre des Merkantilismus, versuchte, den Wohlstand des Landes durch Handel und Förderung der gewerblichen Produktion zu heben. Es dauerte dann aber noch 2 Jahre, bis der erste Markt zu Schlangen auf [...]

31. März 2013

Der verheerende Brand in Schlangen am 18. August 1904

1.Feuer! Feuer!

Ein warmer Sommertag, dieser 18. August 1904; das Dengeln der Sensen auf den Feldern ist verstummt. Leiterwagen ziehen ihre Spuren in die Stoppelfelder. Männer und Frauen beladen die Wagen mit den letzten Garben dieses heißen und trockenen Sommers. Rufe von hierher und dorther, alle Bauern Schlangens scheinen heute das Getreide einzufahren. Das Dorf, unter dessen Dächern schon der größte Teil des Erntesegens geborgen ist, liegt in sommerlicher Ruhe. Im Hause Riepenhausen auf dem Dollhans schaut ein kleiner Junge, August [...]

31. März 2013

„… totaliter ruinieret…!“ Die letzten Jahre des 30jährigen Krieges in der Vogtei Schlangen 1645-1650

Zeitzeugen schrieben

Nahezu drei Jahrzehnte lang währte bereits der schreckliche Krieg, und das Plündern und Morden wollte nicht enden. Lippe hatte anfangs seine Neutralität erklärt, musste jedoch bald schmerzlich erfahren, dass es die Kriegsparteien nicht kümmerte. Zahlreiche Kriegshandlungen wurden hier ausgetragen, wobei die Vogtei Schlangen neben dem lippischen Südosten am schlimmsten drangsaliert und ruiniert wurde Zeitzeugen schrieben in jener Zeit: „… Es wird berichtet, wie es in der Vogtei Schlangen zugeht … nötig ist es, dass ein Bote mit Schreiben an den [...]

31. März 2013

Woher hat der Wolfsberg seinen Namen ?

So wenig einladend sein Name auch klingen mag, der Wolfsberg im Landschaftsschutzgebiet Langes Tal, östlich der Gemeinde Schlangen, hat Jahr für Jahr, wenn sich über seinen Hang ein farbenfroher Teppich blühenden Lerchensporns hinzieht, ungezählte Naturfreunde zu Besuch. Auch im Sommer und selbst im Winter lockt die landschaftliche Schönheit dieses Gebietes — von Kohlstädt aus Südosten liegend — viele Besucher. Und wenn der Name „Wolfsberg“ fällt, mögen die Gedanken manches Wanderers zurückgehen in jene „finstere Zeit“, als hier in einsamer Wildnis die [...]

28. März 2013

„Von bösen Weibern ins Verderben gestürtzt“

Nachbarschaftskonflikte und Hexenprozesse im Kirchspiel Schlangen 1. Die Macht der Worte

Im Frühjahr 1565 kam es zwischen dem Kohlstädter Bauern Wulfkuhle und seiner Nachbarin Gertrud Deppe zum Streit, weil die Gänse der Deppe in Wulfkuhles Roggenfeld gelaufen waren und sich über die junge Saat hergemacht hatten. Dieser Vorfall war der Beginn einer erbitterten nachbarlichen Feindschaft, eines Dramas, in dem Worte zu tödlichen Waffen wurden. Der Bauer Wulfkuhle starb in dem Glauben, der Fluch der Deppe habe ihn umgebracht.

Sein Sohn Hermann, der den [...]

23. März 2013

Die Zinngießer vom Speller Berg

In einem großen Kreise attraktiver vielbesuchter Wanderziele, wie Bauernkamp, Hohlenstein, Lukenloch, Veldrom, Bedastein — mit Kennzeichen barocker Kunst —, Gut Kempen, Durbeeketal, die 17 Grabhügel der Bronzezeitmenschen im Neuen Walde am Stadtwege, Römerbrunnen, Altes Haus — von Förster Noak erzählend —, Alte Pumpe, Feldbrandkalkofen bei Kloken Tannen, Glashütte am Hüttenknapp und Bielsteinhöhle, weit im südlichen Teile des Teutoburger Waldes, wo sich die Kreisgrenzen von Lippe und Paderborn berühren, steht auf dem westlichen Höhenpunkte Nr. 400,5 des Speller Berges, das Mestekerldenkmal. [...]