Der „Hexenbürgermeister” von Lemgo

Fassade des Hexenbürgermeisterhauses in Lemgo im Jahr 2016. von Tsungam (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Hermann Cothmann (1629 – 1683)

Die Cothmanns gehörten zu den Patriziergeschlechtern, die dem alten Lemgo seine Bürgermeister, Räte und Richter stellten. Eine alte Grabtafel in der Marienkirche vom Jahre 1435 ist einem Hermann Cathemann gesetzt. Zwei Brüder Cothmann stifteten im Jahre 1569 das Geld zum Wiederausbau des kleineren Turmesder Nikolaikirche.

Das prächtige Haus auf der Neustadt erwarben im Jahre 1625 die Eltern des späteren „Hexenbürgermeisters”, Diderich Cothmann undCatharina Goehausen, als eine zu ihrem „angefangenen Kaufhandel bequeme Wohnung”. Zur Bezahlung der Kaufsumme lieh ihnen ihrSchwager und Bruder, der Schaumburgsche Rat und Professor an der Universität Rinteln Dr. Hermann Goehausen 250 Taler, die mit12½ v. H. zu verzinsen waren. Aber obgleich der wohlbegüterte Verwandte noch einmal 200 Taler vorstreckte, wollte der Kaufhandel nicht gedeihen· Bei den schlimmen Kriegszeiten wohl begreiflich. Nach fünfjährigem Besitz mußte Cothmann sein Haus verpfänden. So ist zu vermuten, daß auch die Jugend der Kinder nicht sorgenlos war.

Dennoch ging sowohl der im Jahre 1629 gebotene Hermann, wie sein Bruder Johann Franz, zur Universität, um die Rechtswissenschaftzu studieren· Freilich, Hermann war „ein elender Stipendiat und mußte aus fremden Mitteln leben”. Die Schulden des Vaters waren im Jahre 1656 aus mehr als 1000 Taler angewachsen, und die Witwe des Dr. Goehausen klagte auf Rückzahlung.

Um diese Zeit brach ein ungleich furchtbareres Schicksal über die Familie herein. Die Hausfrau wurde in den Hexenprozeß verwickelt, der im Jahre 1652 anhub und in drei Jahren 38 Opferforderte. Die Mutter des Mannes, der später zum schrecklichsten Verfolger der Hexen und Hexer werden sollte, wurde „wegen verübter Zauberei” zum Feuertode verurteilt, darnach zum Schwerte begnadigt „und demnächst daraus dero Körper indie Erde verscharret”.

Ihr Sohn Hermann war damals fünfundzwanzig Jahre alt. Wie mag er über die mörderische Justiz wider seine Mutter gedacht haben?Hielt auch er seine Mutter für eine Giftmischerin? Man ist versucht, zwischen dem, was ihm und den Seinen damals angetan wurde, und dem, was er später den andern antat, einen Zusammenhang zu sehen. übrigens war auch der Stadtsekretär Berner, damals schon Fiskalis und später Cothmanns Kollege und unersättlicher Spürhund, einer „Hexe” Sohn.

Von jener Studienzeit Hermanns berichtet sein späterer Schwager und erbitterter Gegner Erich de Baer: „Zu Jena war er mein Tischgenosse. Es war damals sein Mut nicht groß, fürnehmlich, da ihm der schlechte Nachklang von wegen seiner Mutter folgte. Ich half ihm, wie ich konnte, rekommendierte ihn meinem Vaterselig bestermaßen, daß er ihm in seiner Notdürftigkeit mit 200 Thalern unter die Arme griff und zwar deren 100 ihm aus der Faust schenkte und ihm eine Tochter mit einer ehelichen Aussteuer versprach und zur Ehe gab. Er aber hat mit Undank, Haß und Verfolgung mich gelohnt”.
Als 1658 der Vater starb, kehrte Hermann nach Lemgo zurück, um sein völlig verschuldetes Erbe anzutreten. Die Gläubiger forderten den Besitz des Hauses. Da rettete ihn „die Heirat mit der um zwei Jahre älteren Christina de Back, Tochter des Dissener Vogts Wilhelm de Baer. Er blieb Besitzer des Hauses, doch war sein Wohlstand gering. Er war entschlossen, ihn aufalle Weise zu mehren, und schon lange, bevor er Bürgermeister wurde, warf man ihm vor, daß er für Darlehen „dreifachen Judenzins nehme”.

Das Regiment der Stadt lag seit vielen Jahren in den Händen von vier Bürgermeistern, deren eines Paar, Kerkmann-Müller, mit demandern, Kleinsorge-Wippermann, im Vorsitz des „Neuen Rats” jährlich wechselte, während dem andern Paar jeweils die Führung des „Alten Rats” verblieb. Kleinsorge von der Altstadt und Kerkmann von der Neustadt waren, wie der dauernd amtierende Stadtsekretär Berner, gelernte Juristen. Der brutal herrschsüchtige Kerkmann hatte jenen Hexenprozeß entfesselt, dem auch Cothmanns Mutter zum Opfer gefallen war. Er hatte die Zahl seiner Gegner dadurch vermehrt. Hermann Cothmann war nicht unter ihnen. Kalt rechnender Streber, schlug er sich von vornhereinauf die Seite Kerkmanns. Anders Dr. Sprute, der Sohn jener Böndelschen, der, ebenso wie der Oberstleutnant Abschlag, den ersten Angriff der Hexenrichter siegreich abgeschlagen und in einem langen Prozeß gegen die Stadt für seine Muttereinen Freispruch durch Universitätsentscheidung erwirkt hatte. Diese Niederlage wurmte den eiteln Greis und seine Freunde aufs empfindlichste. Kühner traten jetzt die Gegner hervor. Öffentlich tadelte der Kaufmann Rottmann als „Wortwahrer der Gemeinheit” und Dietrich Adolf Kleinsorge, des Bürgermeisters ältester Sohn, als Syndikus der Stadt das ungetreue,leichtfertige und eigensüchtige Regiment Kerkmanns.

Da holte der 78jährige zu dem Schlage aus, der alle Gegner vernichten sollte. Er nahm im Jahre 1665 den Hexenprozeß wieder auf, gegen den Willen der alten Bürgermeister Kleinsorge und Wippermann und unter Mißachtung des Rechtsschutzes, der Abschlag und der Böndelschen zustand. Doch war der Widerstand der Besonnenen immer noch so stark — besonders des scharfsinnigen und rechtskundigen Anwalts D. A. Kleinsorge —, daß der kränkelnde Kerkmann sich nach einem jüngeren Helfer umsah. dem er die schwere Last des Hexenprozesses übertragen konnte.

Er fand ihn in Hermann Cothmann, der am 16. Januar 1666 zum Direktor des peinlichen Gerichts ernannt und vereidigt wurde. Drei Tage später fiel Abschlags Haupt· Die Böndelsche war schon vier Wochen vorher geköpft. Da im selben Jahre Kerkmann und die beiden andern alten Bürgermeister starben —, Kleinforge war nicht wiedergewählt —, übernahm Cothmann, auch ohne dem Rat anzugehören, die Rolle Kerkmanns, dessen Freunde im Rat, besonders der Siegler Kuckuck und der alte Sekretär Berner, sich eng mit ihm verbündeten.

Die Männer — so heißt es in einer späteren Klage beim Reichskammergericht — „taten, was sie wollten, denn sie waren Kornmissare und Magister, Brandmeister, Ankläger, Richter undHenker zugleich und brauchten keine Verantwortung ihrer Prozeduren zu geben”. Da auch der Vertreter der Berufungsinstanz, der gräfliche Kanzler Tilhen, sowohl mit der Kerkmannschen wie Cothmannschen Sippe verwandt und verschwägert war und die Lemgoer Methoden deckte, konnten jetzt „die Herren von Lemgo” ein unerhörtes Schreckensregiment ausrichten und ihre Widersacher vernichten.

Der zur Besonnenheit und Vorsicht im Hexenprozeß mahnende Pastor Andreas Koch wurde von zahlreichen Weibern, die man eigens zu diesem Zwecke verhaften und foltern ließ, als Zauberer „beklafft” und geköpft. Rottmann, von Kleinsorge glänzend, doch vergebens verteidigt, erstach sich nach der ersten Falter mit einem Messer. 37 Justizmorde waren das Ergebnis des Jahres 1666. 1667, wo Cothmann neben Berner zum Bürgermeister gewählt wurde,waren es 27. Zwei Ratsherren, die als Deputierte die Greuel nicht mehr mitmachen wollten, wurden abgesetzt, ein anderer, der Bäckermeister Dierking, der als Mitglied des Rats sich gegenCothmanns Diktatur aufzulehnen wagte — „Sie wären Menschen und keine Krautköpfe” —, entging dem tödlichen Prozeß nur durch die Flucht und klagte über jene Verfolgung Cothmanns länger als ein Jahrzehnt beim Reichskammergericht. Die Geistlichen sagten zu allem Ja und Amen. Nur Magister Kemper. der Vater Engelbert Kämpfers und einst eifriges Mitglied der Inquisition, war durch das Schicksal seines Amtsbruders und Schwagers Koch endlich an der Gottwohlgefälligkeit solcher Hexenausrottung irre geworden.

Den Brüdern Kleinsorge wurde die Verfasserschaft eines Pasquills aufgehalst, das die himmelschreienden Rechtsmethoden der Lermgoer und Detmolder Herren in scharfer Satire geißelte.Der jüngere Kleinsorge rettete sich durch die Flucht ins Heer des Großen Kurfürsten, der ältere, ein herrliches Beispiel geistiger Freiheit und unerschütterlichen Mutes, wurde an Stelledes Bruders verhaftet und saß drei Jahre auf dem Sternberg gefangen. Es war sein Glück, daß auf Wunsch des Grafen die Behandlung seines Falles dem Lemgoer Rat entzogen und zwei Detmolder Kommissaren übertragen wurde. Solange er gefangen saß, hielt man mit der Hexenverfolgung inne. Drei Tage nach seiner Freisprechung ließ Cothmann, nur um neue Hexenaussagen gegen ihn zu beschaffen, aufs neue verhaften, foltern, köpfen, brennen: so fielen im Jahre 1669 noch 8 Opfer, unter ihnen der alteApotheker Wellmann, der „das Zauberwerk für eitel Phantasep” erklärt hatte. Dafür wurde er lebendigen Leibes verbrannt, nachdem er die gewünschte Aussage gegen die Kleinsorgen geliefert hatte.
Die massenhaften von Cothmann veranlaßten Justizmorde nach satanischer Folterung der armen Opfer fordern unser sittliches Urteil heraus. Dürfen wir aber bei einem einzelnen von Schuldsprechen, da es sich beim Hexenwahn doch offenbar um eine Massenpsychose handelt? Handelten also nicht jene Lemgoer Hexenrichter in dem guten, wenn auch falschen Glauben, mit der Ausrottung der Hexen und Zauberer ein Gott wohlgefälliges Werk zu tun?

Folterinstrumente im Nachlaß der Lemgoer Scharfrichterfamilie
Clausen: Zeichnung des Baurates Overbeck (1839)

Wer die 191 im Lemgoer Stadtarchiv aufbewahrten Prozesse studiert, wird bald vier Perioden der Verfolgung unterscheiden, die in der Prozeszführung — Zeugenverhör, Universitätsbefragung, Folter, Urteil — wie in den Antrieben zur Verfolgung erheblich voneinander abweichen. Für die erste Periode, 1564 bis um 1600,ist dies bezeichnend: die Richter prüfen sorgfältig, weisen leichtsinnige Verleumdungen zurück und zeigen keinerlei persönliche Gehässigkeit. Die Folter ist noch einigermaßen menschlich, die Strafe meist Landesverweisuug, selten der Feuertod. Auch Freisprechungen kommen vor. Die zweite Periode, 1614 bis 1637, also zum größten Teil im Dreißigjährigen Kriege, zeigt Verschärfung der Tortur bis zu unüberbietbarer Bestialität — viele werden zu Tode gefoltert —, die Strafe ist zuerst durchweg Verbrennung, später meist das Schwert. Aber auch hier sind persönliche Beweggründe bei der Inquisition nicht wahrnehmbar.In der dritten Periode, 1652 bis 1654, bleibt die Leichtfertigkeit und Grausamkeit des Verfahrens die gleiche, doch ist hin und wieder, besonders bei Abschlag und der Witwe Böndel, Feindseligkeit der Richter spürbar. Bei der letzten, von Cothmann geleiteten Verfolgung aber handelt es sich einzig und allein um einen politischen Kampf, den pflichtvergessene und eigensüchtige Machthaber gegen ihre Kritiker und Gegner führten.Kaltblütig brauchten sie dabei den Hexenprozeß als wirksamste Waffe. Sie waren Nutznießer des Volkswahns, den sie mit peinlichstem Eifer nährten und pflegten· Bezeichnend ist schon das Zahlenverhältnis der Männer und Frauen. Unter 81 Opfern der zweiten Periode waren nur 4 Männer, unter den 72 der Jahre 1666—1669 dagegen 22. Einem der Torturherren entfuhr einmal auf dem Rathause die Äußerung, die jene Männer vernichtend kennzeichnet, „sie müßten noch 14 Personen weg haben, ehe sie mit dem Hexenprozeß aufhörten oder sie kriegten selbst einen Prozeßan den Hals”. Der Henker selbst, Meister David Claus, fühlte sich beschwert. „Der Teufel möchte das Handwerk holen, wenn es den Leuten in der Marter oder sonsten vorgesagt würde, was siebekennen sollten.”
Wie aber ist es zu begreifen, daß die Bürger den Mann, der ihnen zur furchtbarsten Geißel ward, von 1667 an Jahr um Jahr bis zu seinem Tode, mit zwei Ausnahmen, zum ersten Bürgermeister wiederwählten? Nun, die einen wählten ihn, weil sie von ihm begünstigt wurden, die andern, weil sie ihn fürchteten. Rottmann und Dierking waren warnende Beispiele. Als 1675 zwei mutige „Wortwahrer der Gemeinheit” Cothmanns Wiederwahl widersprachen weil sie in ihrem „Gewissen keine geringe Skrupel bekommen, ob es verantwortlich, einen Mann in den Rat und zum Bürgermeister zu willigen, von dem es ruchbar, daß er geizig und eigensüchtigsei, der bei dem Stadtwesen gegen den gemeinen Nutzen sich zu bereichern gesucht und fast auf allerhand Weise, die nur in Lemgo zu denken, mit anderer Leute Schaden seinen Vorteil gesucht”, da erzwang Cothmann, daß die beiden aus dem Rat gestoßen wurden·

Da es in seiner Hand lag, zu bestimmen, gegen wen der Hexenprozeß zu eröffnen sei, aus dem es für den einmal Verhafteten kein Entrinnen gab, so war er in der Tat beinah Herr über Leben und Tod seiner Mitbürger. Wenn es trotzdem im Jahre 1678 elf Bürger wagten, sich im Namen der bedrängten Bürgerschaft beim Grafen über ihn zu beschweren, so darf man schon daraus auf das übermaß seiner Sünden schließen Die Leuteklagen nicht etwa über die Hexenverfolgung, die seit acht Jahren ruhte, sondern über die brutale Willkür bei der Festsetzung der öffentlichen Abgaben. „Es ist ein Jammer anzusehen, wie dieStadtdiener bei Zahlungsunfähigkeit ohne weiteres Kühe und Hausgeräte wegnehmen, ja den armen Leuten bei harter Winterzeit ihre Betten aus den Häusern tragen und mit der armen Leute großen Schaden an die Juden verkaufen.” Cothmann sei ein schrecklicher Flucher ein Wucherer, ein ungerechter und eigensüchtiger Mensch. Kein Fremder ziehe in die Stadt, vielmehr suchten ihre Kinder anderswo Unterkunft, weil Lemgo „jetziger Zeit eine verachtete Stadt sei, die vorher hoch angesehen war”. Der Graf hatte für die eingehend begründete Klage taube Ohren. Es folgen neue erschütternde Klagen von 17, hernach noch einmal von 30 Bürgern. Der Landesherr möge sich erbarmen, sei er doch „Statthalter Gottes in diesem Lande«. Da griff der hohe Herr endlich ein: er ließ die elf „Meuterer” ins Gefängnis werfen und verurteilte jeden zu 100 Talern Geldstrafe.
So gedieh des Hexenbürgermeisters Hafer kräftig weiter.

Bis zum 30· Lebensjahre war er bis über die Ohren verschuldet gewesen, „ein elender Stipendiat”. Am Ende seines Lebens besaß er drei Häuser, 22 Gärten und zahlreiche Ländereien rings um die Stadt und einen Haufen Obligationen. Jm Jahre 1675 ließ er sich, „wegen der großen Mühe, die er mit der Münsterschen Einquartierung gehabt”, Immunität, d. h· Freiheit von allen städtischen Lasten, erteilen.
Seine Machtstellung schien unerschütterlich. So wagte er’s noch einmal, 1681, seinen geliebten Hexenprozeß zu erneuern — vielleicht, um den Rest seiner Gegner zu vernichten. Noch stand ja im „schwarzen Buch” eine lange Reihe von Namen verzeichnet. Das erste Weiblein, das geholt wurde, die Blattgarstsche, bekannte aus Angst schon ohne Falter und wurde zum Lohn dafür„begnadigt” zum Schwerte. Aber bei der zweiten, Maria Rampendahl, Frau des Barbiers Hermensen, geschah das Unerhörte, daß sie trotz furchtbarer wiederholter Folter nicht bekannte,aber — zum Leidwesen Cothmanns — auch nicht starb. Sie wurde auf ein Universitätsgutachten bin zur Landesverweisung verurteilt und verklagte dann, von tüchtigen Anwälten beraten ihre Peiniger beim Landesherrn. Als das nicht half, verklagte sie den Lemgoer Rat samt dem Landeshernn beim Reichskammergericht.

Cothmann schäumte vor Wut ob solcher Frechheit. Er, der nur immer Ankläger und Richter gewesen, mußte nun in langen, mühseligen Schriftsätzen seine schandbaren Methoden verteidigen. Das hat ihm den Rest seines Lebens gründlich vergällt. Leider kam die Stadt mit der Hälfte der Prozeßkosten davon. Jene unerhört tapfere Frau aber, die ein Kind an der Brusttrug, als Cothmann sie verhaften ließ, hat demSchurken sein teuflisches Handwerk gelegt und gewiß vielen das Leben erhalten. Als des Bürgermeisters gierig zusammengerafftes Vermögen in Gefahr kam, verging ihm mit einem Schlage alle Lust, „zur Ehre Gottes” Menschen zu morden.

Am 4. Februar 1683 ist er, erst 53jährig, nach längerem Siechtum gestorben.

In seiner Familie herrschte Hader. An seinem einzigen Sohn erlebte er eitel Schande.
Sein Tod war qualvoll, wie sein Leben — ein von Herrschsucht, Habsucht und Haß erfülltes Leben — unselig gewesen war. In unserer Seele Seligkeit oder Unseligkeit haben wir Menschenden Himmel oder die Hölle. Darum dürfen wir schon aus Erden gewiß sein: auch in des Hexenbürgermeisters Leben haben Gottes gerechte Gerichte gewaltet.

Quelle: Menschen vom lippischen Boden, Staercke, Max, Detmold : Meyer, 1936

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