Keltische und germanische Stätten im Lipperlande

Das Wohnstallhaus nordgermanischer Bauweise, auf dem Gelände des Alamannen-Museum Vörstetten. By Alamannen-Museum (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

An dem Urzustande Deutschlands als rauhes, unwirtliches Land, bestehend aus wilden Wald- und Heidegegenden, sumpfigen Fluß- und Moorniederungcn, hat sich gar manches geändert. Die Grundzüge der Siedlungen sind vielfach verschwunden, die alten Fluraufteilungen zu Ende des neunzehnten Jahrhunderts infolge der vielfach hemmenden gegenseitigen Nutzungs- und Eigentumsrechte durch die Separationen verwischt.

Nur die Dorfanlagen selbst, wenn auch die Flur neu aufgeteilt ist, zeigen an der Stellung der Gehöfte und der Gesamtanlage noch das alte Gesicht der ersten Siedlung, und alte Flurkarten können allein noch Aufschluß geben über die einstige Art der Besiedlung.

Ein Blick auf die Landkarte (am besten Generalstabskarte) des lippischen Landes zeigt, daß die Osthälfte, aus offenen und leicht zugänglichen Landschaften von fruchtbarer Bodenbeschaffenheit bestehend, Volksmäßig mit Haufendörfern besiedelt, während der westliche Teil stark mit Einzelhöfen und weilerartigen Siedlungen bedeckt ist. Dies Gebiet der Einzelhöfe setzt sich nach Westen durch Westfalen, Friesland, über den Niederrhein nach Brabant und Flandern fort, soweit das belgische Tiefland reicht, und tritt wieder in England auf.

Die beide Siedlungsarten trennende Linie ist nicht scharf; es fehlt eine natürliche Scheidegrenze wie weiter nördlich die Weser. Einzelhofgruppen ziehen sich weit nach Osten hin, während andererseits Dörfer mitten unter den stark mit Einzelhöfen bedeckten Landstrichen liegen.

Man darf annehmen, daß die Germanen hier zuerst auf keltische Einzelhöfe stießen und, wo es ihre anwachsende Zahl erforderte, auch Dörfer nach heimischer Art unter den Einzelhofgrenzstrichen anlegten. Hier Einzelbau, dort Dorfbau, hier eine in sich abgeschlossene Hofflur, dort gemeinsame Dorfflur, beide so verschieden vom innersten Wesen heraus; trotzdem wohnet auf beiden das gleiche Volk mit gleichen Namen, gleicher Sprache, gleichen Sitten in gleichem Hause.

Bild l. Das Dorf Istrup bei Blomberg in Ostlippe ist das Beispiel einer rein germanischen Gründung. Es liegt hart östlich der Siedelungsscheide. Das Gesamtbild der Dorfanlage zeigt die Gehöfte in gedrängter Geschlossenheit, doch Verschiedenartig und unregelmäßig gegeneinander stehend. Die Straße läuft mitten durch dies Haufendorf. Die Unregelmäßigkeit und Verschiedenartigkeit in der Richtung sind sowohl im Ganzen als auch in der Stellung der einzelnen Gebäude vorhanden. Das Wort Dorf, Torf, Trup, Trupp bezeichnet dem Sinne nach einen Haufen, und die Benennung Haufendorf ist wohl der geeignetste Ausdruck für diese Gattung der Anlage eines Dorfes. Bezeichnend für diese volkstümlichen Dörfer ist das Bestehen Von Samteigen und Sondereigen innerhalb des Gebietes der Flur. Das Sondereigen bestand sowohl in der Hofanlage mit Zubehör als auch den Nebengebäuden, Gärten, der Hufe, während das Samteigen die Almende war, meist unbebauter Anger zur gemeinsamen Benutzung aller Dorfgenossen.

Um die enge Gebäudelage eines solchen Dorfes selbst lag ein weiterer Kreis, die Flur, der Esch, das dauernd bewirtschaftete Ackerland, welches dreihundert bis Vierhundert Hektar umfaßte und sich auf die dreißig bis vierzig Hofstätten in gleichen ideellen Anteilen oder Hufen verteilte. Die Grundlage dieser Eigentumverteilung war die Hufenverfassung Eine Hufe, etwa dreißig Morgen oder Tagwerk groß, bestand nicht aus einem zusammenhängenden Landstrich, sondern lag, in kleinen Ackerbeeten zerstreut, in mehreren Gewannen, Lagen Flagen oder Breiten. Die ganze Flur war in solche fest abgegrenzten Abschnitte, Gewanne genannt, eingeteilt, die gleiche Güte, Entfernung, Lage und Bodenbeschaffenheit besaßen. Diese Gewanne waren nach der Zahl der Hofstätten des Dorfes in gleichmäßige, annähernd rechteckige Längsstreifen eingeteilt, welche verlost wurden, so daß jeder Besitzer einen möglichst gleichen Anteil an jedem Abschnitte erhielt. Diese einzelnen Hufenanteile setzen sich ideell zur Hufe zusammen und waren durch Ackerfurchen voneinander geschieden, wonach die Dorfgenossen auch Furchgenossen, oder niederdeutsch Vorgenaten genannt wurden. Diese bunte Gemenglage wurde wahrscheinlich schon in merowingischer Zeit (urkundlich i. J. 779 und 791 n. Chr. Geb.) im Wechsel der Dreifelderwirtschaft zwischen Winter-, Sommersaat und Brache auf drei Zelgen bestellt; in regelmäßiger Abwechslung wurde derselbe Acker im ersten Jahr mit Winterkorn, im zweiten mit Sommerkorn bebaut, während er im dritten brach liegen blieb, so daß also immer zwei Drittel der Flur mit Getreide bestanden war. Diese Dreifelderwirtsschaft währte bis in die erste Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts hinein, wonach durch die Verkoppelungsgesetzgebung eine Zusammenlegung der einzelnen Besitzstücke zwecks bequemerer Bewirtschaftung durchgeführt wurde.

Diese Dorf- und Flurgestaltung, welche den ungermanischen Nachbarvölkern unbekannt war, findet ihre Erklärung in dem planmäßig waltenden Gerechtigkeitssinne der ersten germanischen Ansiedler. Zuerst war es wohl nur ein Gewann, das von der Hirtengemeinde zur Behauung aus der Mark geschieden und unter die Anwohner Verteilt wurde. Als durch dies eine Stück der Nahrungsvorrat, der an Fleisch, Milch, Käse, Fett, Oel und Butter vorhanden war, nicht mehr genügend durch das Getreide vervollständigt wurde, als die erste Gemeinde größer wurde, wurden das zweite Stück und andere an günstig gelegenen Stellen und in möglichst gutem Boden in gleicher Weise ausgeschieden und verteilt. Auf diese Weise entstand in der Flur nach und nach die seltsame, bunte Gemenglage, welche unbebaute Stücke, die Almende, zwischen den Gewannen liegen ließ. Jene stand allen Dorfgenossen gemeinsam zur Verfügung.

Der Umkreis der Gebäude eines Dorfes besaß ehemals fast stets eine Umzäunung, über welche mehrere Eingänge führten. Der Zaun war eine Art Grenzmarke, kein Verteidigungswert Die schmalen bretternen Zugänge über ihn hießen »Striegel«.

Die Begründung eines volkstümlichen Dorfes wird meist von einer Sippe (Verwandtschaft) ausgegangen sein« Der Geschlechtsälteste wird von jeher an der Spitze gestanden haben, später ein selbsterwählter Aufseher, Dorfmeier oder Dorfschulze. Aus den zufälligen Verhältnissen, welche die Verbindung nachbarlicher Sippen begünstigten, sowie aus der Natur des Bodens gingen die Gemeinde und Markgenossenschaft hervor.

Infolge der zerstreuten Lage und der schweren Zugänglichkeit der Hufenstücke entstanden Schwierigkeiten in der Bestellung, welche jedoch durch den Flurzwang wesentlich erleichtert wurden. Die Bauern setzten in ihren Bauersprachen (Burbrinken) die geplante Folge der Saaten, den Wechsel der Bestellungs- und Ruhejahre, die Zeit des Pflügens, Säens und Erntens, die Zeit der Umzäunung und Oeffnung der Stoppel und Brachweiden für das Vieh wie die Unterhaltung der Brücken, Wege und Stege fest.

Die aus Dorf, Flur und Almende bestehende Dorfgemarkung war von der gemeinsamen Mark umgeben. Dies alte Volksland bestand aus weiten Flächen unbebauten Landes, aus Wald, Weide, Sumpf, Heide und Moor. Diese gemeine Mark auch Gemeinheit oder Geschlecht (der ganzen Dorffippe gehörig) genannt, war nie ohne Nutzung. Alle Markgenossen hatten an ihr wie an den Wegen und Stegen, öffentlichen Plätzen, Flüssen, Quellen und Brunnen Nutzungsrechte nach gewissen Regeln in gemessenem Umfange. Es gab Gras- und Holzwirtschaften, allgemein wurden Jagd und Fischfang ausgeübt.

Ein weit anderes Bild entfaltet sich, wenn man, gegen die bewaldeten Höhenzüge westwärts schreitend, die Gebiete der Einzelhöfe betritt. Wenn auch Städte und Dörfer vorhanden sind, so haben sie doch keine Fluren, sie besitzen keine in Hufen ausgeteilten Felder. Diese Städte und Dörfer, die erst später und allmählich, sei’s um ein Kloster, eine Pfarrkirche oder Burg, entstanden sind, sind Ausnahmen, — der Einzelhof bleibt Regel.

Bild 2. Wie der Ausschnitt aus einer älteren Flurkarte der Bauerschaft Cappel in Lippe, — Altenkamp —, zeigt, liegen die Hofstätten hier einsam meist an einem kleinen Teiche und bilden je einen kleinen Haufenbof, beschattet meist von den rauschenden Wipfeln uralter Eichen, versteckt fast immer und abseits der Straße gelegen. Nur kleinere Wege und Pfade führen, oft sehr umständlich gewunden, zu ihnen. Die eingefriedigte Hofstätte selbst, die Worth, liegt bei größeren Anwesen meist mitten in den Hofgründen drin, bei kleineren auch wohl seitlich, aber unmittelbar an sie angrenzend. Die Hofgründe, aus Acker, Wiese, Weideland und Holz bestehend, liegen in buntem Gemenge; sie sind einzelne Stücke Von den verschiedensten Größen und Formen, rundlich oder quadratisch, zerteilt. Jedes dieser Stücke, Kamp oder Brede genannt, ist etwa einen bis zehn Morgen groß. Neben der Bezeichnung Kamp kommt Brink für ansteigende Flächen, Anger für Rasenplätze und Siek für feuchte Niederungen vor. Jeder Kamp wird vom Anlieger durch Graben, Wall oder Buschhecken, letztere Knicks, auch Flecks genannt, getrennt; oft besitzt der Wall noch eine Heckenbepflanznng, und der Zugang zum Hofe ist durch einen Schlagbaum, welcher die Hirtenstelle vertritt, geschlossen. Außerhalb der Acker-, Holz-, Weide und Moorkämpe liegt die Mark. Sie ist Gemeingut mehrerer Höfe.

Diese liegen, wie auf der alten Flurkarte der Niederschönhagener Bauernschaft zu sehen ist, (Bild 3), bald näher, bald weiter voneinander, zuweilen stoßen zwei Hofstätten nah aneinander, je nach der Fruchtbarkeit des Bodens, doch im allgemeinen steht jeder Hof für sich, und jeder Hof hat seinen alten Namen, den jeder neue Besitzer, den eigenen ablegend, annimmt. Trotz vieler Teilungen und Entstellungen sächsischer Höfe, welche die Zeitverhältnisse mit sich brachten, trifft man heute noch in ziemlich regelmäßiger Folge auf Einzelhöfe, oft auch auf Hofgruppen, letztere durch einen Haupthof besonders ausgezeichnet.

Die Nieder-Schönhager-Bauerschaft ist das Beispiel für die Vereinigung mehrerer Höfe zu einem politischen Verbande, der dem des Dorfes im alten Volkslande gleich kommt. Eine solche Bauerschaft (villicato oder legio) stand unter einem Amtsmeier. Der Meierhof, der beste Hof der Bauerschaft, trägt bis heute, obwohl das Amt längst von ihm getrennt ist, seine alte Amtsbezeichnung. Die Niederen-Schönbager-Bauerschaft ist eine Vereinigung von mehreren Einzelhöfen, welche unter besonders günstigen Boden- und Wasserverhältnissen, am Lauf des Dorla-Baches gelegen, verhältnismäßig nah aneinander gerückt sind. Solche von der Natur besonders begünstigte Einzelsitze, welche zum Umlande, zur Nachbarschaft und Mark eine günstige Lage hatten, behielten die Sachsen besonders gern bei. Die Einteilung in Acker-, Wald- und Wiesenkämpe, die in bunter Gemenglage verteilt sind und um die Besitzungen herum liegen, weist auch hier vermutlich auf altkeltisches Siedelungsland bin. Auch hier liegen die Einzelhöfe, von mächtigen Eichen umgeben, fast alle abseits der Straße, versteckt und an den Bach gerückt, nur durch gewundene Pfade zugänglich.

Das Heiligtum aller dieser Hofbesitzer war die gemeinsame Mark, der Grundstock des bäuerlichen Besitzes, das Hauptgut der Gemeinde. Sie lieferte Holz, welches im Urwalde im Ueberfluß vorhanden war, und Gras, Heu und die Plaggen (Suden = brennbare Rasen) in der Heide- und Moorausnutzung, sowie den Torfstich. In ihr tummelte sich das Vieh, Schafherden gediehen in ihr vorzüglich, Kiebitze, Krammetsvögel1Wacholderdrossel, wilde Enten und Gänse waren hier heimisch, auch Pferde gediehen in ihr Vorzüglich, und die alten Eichen- und Buchenwaldungen lieferten für die Schweine ein Mast, welche die Schinken dieser Gegend zur Berühmtheit machten. Ausreichender Weidegrund war neben Sumpf und Moorniederungen stets vorhanden; die Ausübung der Jagd und des Fischfangs stand allen Markgenossen zu.

Auch hier bildeten wie in den germanischen Haufendörfern die Bewohner der Bauernschaft eine Vereinigung, die Markgenossenschaft zur gemeinsamen Benutzung des Markgrundes nach Gewohnheitsrechten· Im Bestande und von der Art ihrer Ländereien wie in Nutzungs- und Verwaltungsweise und Rechtsverhältnissen der an ihnen Beteiligten gleichen diese Marken völlig denen des alten Volkslandes rechts der Weser, ihr Ursprung und ihr nahes Verhältnis zu den Ansiedlungen war jedoch grundverschieden von denen der germanischen Gewanndörfer. Die germanischen Eroberer fanden auf den Einzelhofgebieten das Land aufgeteilt vor, Weiden und Wirtschaftsland, stückweise durch Hecken, Gräben und Zäune getrennt. Was außerhalb des Hofes einer Bauernschaf, lag, war bereits Mark. Mit der Zeit mußten die Markgrenzen der einzelnen Bauernschaften gegeneinander abgegrenzt werden, damit verhütet wurde, daß das zuerst allen gemeinsame Weideland nicht mit Vieh übersetzt wurde. Die Grenzen der Mark sind zum größten Teil natürliche und treffen fast nie mit den Amts-, Kirchspiels-, Landes- und Bauernschaftsgrenzen zusammen, was auf das spätere Entstehen der politischen und kirchlichen Einteilungen hinweist. Meist bildet ein Fluß oder Bach die Grenze, und es hielten sich die MarKen der unfruchtbaren und schwächer bewohnten Gegenden am längsten. Die Markgenossenschaften hängen mit der ersten Kultivierung des Landes zusammen und reichen weit bis in die vorchristliche Zeit zurück. Die ersten Siedlungen, noch von eben seßhaftgewordenen Nomaden gegründet, umspann allseitig die Mark, so daß die Frage nahe liegt, ob nicht die für alle bequeme Markbenutzung den Ackerbau zunächst noch im Hintergrund gelassen hätte. Es würde an dieser Stelle im besonderen ein Zusammenhang mit der Landeinteilung Irlansds durch das keltische Hirtenvolk in Quarter und Tates zu suchen sein. Auch die entfernt voneinander liegenden Einzelhöfe, wie siehbier ebenfalls vorkommen, standen in einer Waldmark- und Weidegenossenschaft.

Bild 4. Zwischen diesen Bauernschaften der Einzelhöfe finden sich aber auch überall kleinere weilerartige Dorfanlagen, wie die Flurkarte der Bauerschaft Cappel, Lippe, zeigt, bei denen die haufenförmige Aneinanderrückung der Gehöfte sowie die Lage der Bauten an die germanischen Haufendörser erinnert, — deren Flureinteilung jedoch die Einteilung in Hufen grundsätzlich außer Acht läßt. Die Fluraufteilung ist die gleiche wie bei den Einzelhöfen, welche, wie auf der derselben Karte zu sehen ist, um die geschlossene Bauernschaft Cappel zerstreut und einsam liegen.
Vermutlich sind solche Dorfanlagen, ehemals Weiler bildend, uralter Privatbesitz keltischer Begründung. Sie werden wie hier um einen Teich herum, vielleicht oft noch durch andere natürliche Verhältnisse begünstigt, schon lange aus einer Gruppe von mehreren zusammenhängenden Einzelhöfen mit einem Haupthofe bestanden haben. Die eingewanderten Sachsen werden vielleicht die nicht vertriebenen Ureinwohner veranlaßt haben, sich als zinspflichtige Laten in kleineren Stätten um die Höfe herum anzusiedeln. Die Anlage zeigt eine Abseitslage der großen Hofstätten dieser Bauerschaft von der Straße. Die Hofgründe liegen rings um die Hofanlagen herum und sind in Kämpe aufgeteilt, welche durch Wälle und Hecks voneinander getrennt sind.
Die Weiler waren ursprünglich Anlagen Einzelner und zählten jedenfalls nur einen einzigen großen Hof, dessen Besitzer das Land nach Willkür und den landschaftlich bedingten Verhältnissen unter seine Nachkommen aufteilte, wodurch Nebenhöfe entstanden. Noch jetzt findet man in solchen Weilern Haupthöfe, denen die anderen zinspflichtig sind.
Neben dem Flurbilde einer Landschaft deuten aber auch, wie bereits erwähnt, die Bauart und Anlage der Häuser, die Hauseinteilungen und Einrichtungen aus alte Stammeseigentümlichkeiten hin. Das Haus selbst ist die wesentlichste Grundlage des ländlichen Kulturleben. Die Art des Familienlebens, die Beziehungen zu Weib und Kind, zu dem Gesinde beiderlei Geschlechts, zur Viehhaltung und der ganzen Wirtschaftsführung sind durch seine Bauweise, seine Anlage im Rahmen des Ganzen bedingt.
Lippe liegt völlig in dem Verbreitungsgebiete des westfälischen oder sächsischen dreischiffigen Bauernhauses, welches Menschenwohnung und Stallung unter einem Dache vereinigt.
Außer solch Resten früherer Kulturen dürften noch manch andere Bestände in Sprache, Sitten, Gewohnheitsrechten auch in den Trachten der Bewohner zu suchen sein.
Quelle: Lippischer Dorfkalender 1927 – Von Dr.-Ing. Böse, Wolfenbüttel.

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