2. September 2017

Der Valepagenhof im Westfälischen Freilichtmuseum Detmold

Mit der Übergabe des ersten Bauabschnittes des Paderborner Dorfes im Westfälischen Freilichtmuseum am 13. Juli 1981 konnte mit dem Valepagenhof aus Dorfbauernschaft / Delbrück auch eines der bedeutendsten ländlichen Bauwerke Westfalens der Öffentlichkeit zurückgegeben werden. Die großartige, reich geschnitzte Renaissancefassade von 1577 erregte schon im ausgehenden 19.Jh. das Interesse des Provinzialkonservators A. Ludorff, obwohl Bauernhäusern damals von Seiten der Denkmalpflege kaum Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Als besonders charakteristisches Bauwerk in Westfalen wurde es 1906 in das umfangreiche Tafelwerk der Deutschen Architekten- . und Ingenieur- Vereine aufgenommen.
5. Mai 2017

Wie sahen unsere alten Schlösser aus?

Wohl wissen wir, daß sie einstmals da waren, auch daß sie die Geschicke der engeren aber weiteren Heimat weitgehend beeinflußt haben.Sie sind aber zum Teil ganz verschwunden, zum Teil nur in Resten oder Einzelbauten erhalten geblieben, haben ihre Wehrhaftigkeit verloren und lassen die ursprüngliche Größe nach Bedeutung kaum noch ahnen. Mancher hätte aber eine Vorstellung davon, wie sie aussahen und wie ihr Schicksal bis auf den heutigen Tag gewesen ist.

Burg Lipperode

Gewiß sind viele Besucher, die erwartungsvoll zu der alten Lippeburg [...]

29. November 2015

Als Vornholte (Varenholz) Lippisch wurde

»Tho -enne!«

Mit kräftigem Fluche schleuderte der Ritter Statius von Vornholte den steinernen Bierkrug gegen die Wand, daß die Scherben durch die Halle flogen und der Schaum an die Eichentäfelung der Decke spritzte. Noch einen verächtlichen Blick ließ der Ritter über die Männer gleiten, die aus den Bänken und unter dem Tische den schweren Rausch ausschliefen. Dann warf er sich stöhnend in den Sessel zurück, der dabei in allen Fugen knackte, und starrte noch eine Weile vor sich hin, bis auch [...]

31. August 2015

Das Fürstlich Lippische Wappen

Die Edlen Herrn zur Lippe gehören einem uralten Herren­geschlechte an. Wir können sie unter diesem, ihrem Familien­ oder Geschlechtsnamen in Urkunden bis in den Anfang des 12. Jahrhunderts (1123) verfolgen, d. h. bis in eine Zeit, in der in Niedersachsen überhaupt erst der Familienname von den edlen Geschlechtern angenommen und erblich fortgeführt wurde.
30. Juli 2015

Die Uffenburg bei Bremke

Anderthalb Kilometer östlich von Bremke trägt ein gegen Südwesten vorgestreckter Ausläufer des Rintleschen Hagens, der sogenannte Schloßberg, die wohlbehaltenen Reste einer alten Befestigungsanlage, welche man vielfach in älterer wie in neuerer Zeit für eine Burg des edlen Uffo abgesehen hat, der im 9. Jahrhundert n. Chr. gelebt haben soll.
11. Juli 2015

Der Schaumburgsche Krug in Blomberg

Wir schreiben den 16. August-1819. In der wackeren Stadt Blomberg geht es hoch her. Der Jahrmarktstrubel des Laurentiusmarktes hat von nah und fern alles herbeigelockt, was Beine hat. Der Kram- und Viehmarkt war in der Zeit ohne Eisenbahn- und Kraftverkehr von großer Bedeutung. Auch Marktbesucher, welche aus dem Ausland, d.h. Rinteln oder Hameln gekommen waren, haben sich Schweine auf dem berühmten Blomberger Markt gekauft.
29. April 2015

Viktoria – Eine Liebesgeschichte aus der Jugendzeit der Fürstin Pauline

„Wir müssen uns eilen“, sagt der Erbprinz von Anhalt-Bernburg zu seiner Schwester und gibt seinem Pferde die Sporen. „Du weißt, in zwei Stunden trifft Tante Sophie mit deiner neuen Spielgefährtin, Kusine Victoria, ein. Vater kann sehr ungehalten werden, wenn wir nicht pünktlich sind“.
10. April 2015

Das Recht des Sachsenpiegels im alten Ufflen des 16. Jahrhunderts

Durch das Zusammenleben der Menschen entstanden bereits in der Urzeit Gewohnheiten und durch deren Anerkennung zunächst eine freiwillige, recht bald aber eine zwangsweise Unterordnung. Aus dem Willen der Gemeinschaft entstand so das Gewohnheitsrecht und schließlich das Gesetzesrecht. Gegenseitig haben diese jahrhundertelang um die Vorherrschaft gestritten.
24. Februar 2015

Ein Barntruper Schnatgang 1801

Es hat seine besonderen Reize, einmal zu erfahren, wie sich früher die Landbevölkerung über ihre Grenzen einigte, in einer Zeit, als es noch keine Kataster im heutigen Sinne gab. Setzte man genau wie heute Grenzsteine, oder gab es auch noch andere Gedächtnisstützen?
7. Februar 2015

Wie Graf Simon August einen Maurer bestrafte

Graf Simon August, „Vater des Vaterlandes“, wie ihm sein dankbarer Sohn Leopold auf dem Denkmal im Büchenberge (jetzt im Kurpark Bad Meinberg) bezeugt, war ein tüchtiger Regent, der dem Luxus seiner verschwenderischen, prachtliebenden Väter tüchtig zu Leibe ging und durch seine harte Sparsamkeit den schlechten Finanzzustand des Landes bald wieder ausglich. Er war daher auch ebenso genau bei Lieferungen und Leistungen an den Hofhalt. Das hat im September 1773 der Maurer Georg Emilius Br. aus dem Kampe erfahren müssen. Br. hatte nach der Anzeige des Landbaumeisters Willich an [...]

31. Dezember 2014

DER LEHNSTAG UNTER DER LINDE ZU BLOMBERG UND SEINE ÖRTLICHKEIT

Die Everstein’sche Fehde war vorüber. Die Friedensschlüsse von 1408 1409 hatten für die Herrschaft von Lippe das Ende der furchtbaren Verheerungen und Brandschatzungen gebracht. Edelherr Simon III. zur Lippe wurde gezwungen, wertvolle Bestandteile seiner Herrschaft zu versetzen. Ämter wie Enger und Quernheim, das halbe Dorf Ufflen, reiche Höfe, Mühlen und andere Besitzungen und Einkünfte wurden verpfändet. Simon überlebte den Schlag nicht lange. Nach seinem Tode trat Bernhard VI. eine traurige Erbschaft an. Die Verpfändungen nahmen ihren Fortgang. Doch scheint er [...]

12. September 2014

Die Entstehung des Landes Lippe

Aus dem hohen Mittelalter, der Zeit der sächsischen, salischen und Staufischen Kaiser, liegen vor dem 13. Jahrhundert nur verhältnismäßig wenige unmittelbare Nachrichten für das später Lippe genannte Gebiet vor. Seine schon erwähnten Gaue und Kirchspiele im Paderbomer und Mindener Diözesanbereich gehörten zum sächsischen Stammesherzogtum der Liudolfinger, die mit Heinrich I. 919 auch den deutschen Königsthron bestiegen.
12. September 2014

Sachsen und Franken in Lippe

Die Sachsenkriege Karls des Großen, die mit der für die deutsche Geschichte so wesentlichen und folgenreichen Einbeziehung des sächsischen Stammes in das christliche Frankenreich endeten, waren eine Folge der sächsischen Ausdehnung nach Westen. Im 6. Jahrhundert verteidigte sich der Frankenkönig Chlotar I. gegen sie, im 8. Jahrhundert waren es Karl Martell und König Pippin, die in Feldzügen bereits vor Karl in das sächsische Gebiet vorstießen. Bonifatius begann seine Missionstätigkeit bei Fritzlar im fränkischen, aber noch heidnischen Hessenland 719 in einem durch wiederholte sächsische Einfälle heimgesuchten [...]

22. August 2014

Verordnungen der Landesherrschaft im 18. Jahrhundert

Ein Spiegelbild der intensiven Staatstätigkeit des absolutistischen Regiments sind die Fülle von Verordnungen und Gesetze, durch die reglementierend in alle Lebensbereiche eingegriffen wurde. In unzähligen Einzelmandaten setzte die Landesherrschaft fest, was Rechtens sei in Sitte und Religion, woraufzu achten und was zu schaffen sei in Dingen der Wirtschaft, des Handels und der bürgerlichen Wohlfahrt. Selbst die Privatsphäre blieb davon nicht unberührt, wie die in den Jahren 1765 und 1768 erlassenen Verordnungen „wegen des Caffeetrinkens“ beispielhaft zeigen.

Verordnung wegen des Caffetrinkens, von 1768

Verordnung wegen übermäßiger Kleiderpracht, [...]

20. August 2014

Das Jagdschloss Lopshorn und das Sennergestüt

Im „Heimatland Lippe", der Zeitschrift des Lippischen Heimatbundes, sollen Stätten der Erinnerung aus dem Räume des einstigen Landes Lippe, die nicht mehr sind, wieder aufleben. Da darf Lopshorn, das Lust- und Jagdschloss der lippischen Grafen und Fürsten, nicht fehlen. Verknüpfen sich doch für viele, recht viele der noch lebenden Lipper Erinnerungen damit, die nicht auszulöschen sind....
17. Juli 2014

Detmolds alte Wassermühlen

Der schöne Kupferstich von „Detmolden“, den Matthaeus Merian im Jahre 1647 in seiner „Topographie Westphaliae. Das ist Beschreibung der Vornehmbsten und bekantisten Städte und Plätz im Hochlöbl. Westphälischen Creiße“ veröffentlichte, zeigt eine Gesamtansicht der Residenz von Westen. Deutlich hebt sich zwischen dem Lemgoer Tor (links) und dem Hornschen Tor (rechts) der Schloßbezirk von der mauerumringten Stadt ab, während außerhalb dieses Bereiches im Gelände des Bruches mit seinem Baum- und Hedtenbewuchs drei Bauten (im Vordergründe links) zu sehen sind: die „obere [...]

7. Juli 2014

Der Immendieb am Schandpfahl

Hans Br. aus der Grafschaft Sternberg hatte sich wiederholt für Süßigkeiten interessiert und Immen gestohlen. Nachdem er das erste Mal noch rechtzeitig „flüchtigen Fußes außer Landes entkommen“ war, hatte man ihn nach seiner Rückkehr im nächsten Jahre wieder bei seinen süßen Gewohnheiten ertappt. Für dieses Mal sollte ihm der Honig aber schlecht bekommen. Er wurde auf dem Schloß Brake gefangengesetzt. Der Vorgang wurde dem Hohen Peinlichen Halsgericht in Detmold unterbreitet. Das Verfahren ward schnell erledigt, und nach ein paar Tagen erschien [...]

26. März 2014

Die Ritter von Münchhausen auf lippischen Burgen

Wer den Namen Münchhausen hört, der denkt wohl nur an den sogenannten „Lügenbaron“, den weitbekannten Freiherrn Karl Friedrich Hieronymus von Münchhausen, an seine „Münchhausiaden“ und an seinen exotisch-seltenen Berggarten bei Bodenwerder an der Weser.
16. Februar 2014

Die Ritter de Wend zu Varenholz

Am 15. Juni 1323 hatte der Edelherr Simon I. zur Lippe die Burg Varenholz und das Gogericht über das Kirchspiel Langenholzhausen von den Rittern von Vornholte erworben. Er hatte damit einen kühnen Sprung an die auch damals schon als Handelsstraße bedeutende Weser getan und die Grundlage für die spätere Erwerbung des gesamten lippischen Nordens gelegt.
17. September 2013

Blomberg im Mittelalter

Lebensbild einer lippischen Stadt anno 1283

Den historischen Hintergrund  kann man kurz durch den Hinweis skizzieren, daß in Deutschland im Jahre 1273 die „kaiserlose schreckliche Zeit“ durch die Wahl Rudolfs von Habsburg zum König beendet wurde. Er hat bis zu seinem Tode 1291 die deutsche Kaiserkrone nur deshalb nicht bekommen, weil er es mit dem Papst nicht konnte. Dieses Amt hatte von 1280 — 1285 Martin IV. inne, ein früherer Kanzler des französischen Königs, von dem man sagt, er hätte am [...]