25. Juli 2016

Aus Veldroms vergangenen Tagen

Das unmittelbar an der ehemaligen Landesgrenze gelegene zweigeteilte Dorf Veldrom gehörte immer mit 377 ha und etwa 300 Einwohnern zu den kleinsten Gemeinden Lippes. Die Entwicklung stagniert seit sehr langer Zeit. Sein Name wurde 1160 als Druc, 1259 als Trucheim, 1530 als Veldtodrome, 1630 als Veldrohm erwähnt.
26. Dezember 2015

Das Hagenrecht der lippischen Ostmark

Herr Archivdirektor Professor Dr. Philippi veröffentlicht gemeinsam mit Herrn Dr. Grotefend in der diesjährigen Zeitschrift unseres Vereins für Geschichte und Altertumsfunde Westfalens daß einer Corveyschen Handschrift entnommene Hagenrecht von Wichenhofen.
22. August 2015

Flachsverarbeitung in alter Zeit

Aus Großväter und Urgroßväter Zeiten schreibt ein alter Lipper aus dem Amte Brake, dessen Handschrift erkennen läßt, daß sie noch aus jener Zeit stammt, da man auf „Schönschreiben“ noch großen Wert legte, eine sehr anschauliche Schilderung des Flachsbaues in Lippe, der noch vor hundert Jahren in großer Blüte stand.
9. August 2015

Das Geheimnis der schwarzen Frau vor dem Schlinge

Noch heute weiß der Volksmund im Ortsteil Schling der Gemeinde Heiligenkirchen von dem Erscheinen einer „weißen Frau“ in früheren Zeiten zu berichten. Was ist an dieser Erzählung wahr, und wie verhielt es sich mit dieser geheimnisvollen Frau? Wir erfahren näheres darüber im sogenannten „Lippischen Magazin für vaterländische Cultur und Gemeinwohl“ vom Jahre 1837
7. August 2015

Die unterirdische Glocke

Es waren ein paar ganz gerissene Jungs, der Hinnerk und der Ludewig. Nicht, daß sie ihrem alten Kantor gerade viel Freude machten. Der war im Gegenteil nicht wenig erbost, daß er immer wieder Strafrichter seiin mußte über die Streiche, mit denen die beiden rotbackigen, kräftigen Bauernjungs das Dorf beunruhigten.
24. Juli 2015

Baumwollspinnerei im Flecken Lage 1797 – 1807

Das Leinengewerbe und die Flachsspinnerei standen in den Dörfern der Vogtei Lage und Lm Marktflecken Lage um 1800 in hoher Blüte. Im Werretal gedieh das Leinkraut, der Flachs, in besonderer Güte und Feinheit. Daher waren auch die Leinen-Erzeugnisse von besonderer Qualität. Mit der Zahl der Webstühle (808), der Webemeister (612), und der Webegehilfen (473), standen die Vogtei und der Flecken Lage in Lippe 1798 an erster Stelle.
15. Juli 2015

Alte Mühlen heute

So richtig es ist, daß die Windmühle im norddeutschen Flachland zum Bilde der Landschaft gehört, so unbestritten dürfte aber auch sein, daß in unserem lippischen Bergland zwar nicht die Windmühle, so doch die Wassermühle seit jeher ein landschaftbelebendes Element darstellt.
12. Juni 2015

Die Armen in der Senne

Von den Höhen des Teutoburger Waldes sieht man in eine weite Ebene, die Senne genannt, deren ödester Theil sich zwischen Paderborn, Bielefeld und dem Fürstenthum Lippe hinzieht. Sie gewährt einen eigenthümlichen Anblick, der sich wohl am besten mit der Aussicht vergleichen läßt, die man in der Abenddämmerung, von einem hohem Punkte des Strandes, auf die See hat. Die Täuschung wird noch größer, wenn in den Strahlen der untergehenden Sonne, oder im Mondlicht, die dunklen Wasserflächen einiger Teiche zu leuchten beginnen, die hin und wieder den Sand durchschneiden, [...]

8. Juni 2015

Das Gut Rothensiek und die Stadt Horn

Zwischen den beiden Landstraßen Horn—Heesten—Steinheim und Horn—Leopoldstal liegt, eingebettet in eine mit Buchenwald bestandene Senke, einsam und weltabgeschieden das Gut Rothensiek, früher Rodensiek geheißen. Es hat eine höchst bewegte Geschichte; die alten Akten und Urkunden sind so interessant, daß wir von ihnen hier einiges berichten wollen.
18. April 2015

Ein Feiertag im Tagesablauf der Vorfahren

Sophie Topp, geb. Tegt, aus Istrup, sagte mir, schon 79jährig, einmal: „Wenn doch kein Sunndag wör, nai, denn möchte eck gornich up de Welt soin.“ Und nach einer Besinnung setzte sie hinzu: „Iuse Herrgott schall wall wußt häbben, worümme heu den Sunndag maket het. Heu hät’n sicher sümst neidig hat na oll de Klabasteroige met de Schöpfunge.“
15. April 2015

Soll das vergessen werden ?

Wie war es früher? Was haben sich unsere Vorfahren dabei gedacht, wenn sie allem, was in ihrem Lebensablauf eine Rolle spielte, und wenn sie ihrem Glauben an übersinnliche Dinge in Sprichwörtern, Redensarten und Bräuchen Ausdruck verliehen? Waren sie so primitiv und rückständig, wie um dies heute oft erscheinen mag? Haben wir ein Recht, über ihre Anschauungen mitleidig oder erhaben zu lächeln?
10. April 2015

Das Recht des Sachsenpiegels im alten Ufflen des 16. Jahrhunderts

Durch das Zusammenleben der Menschen entstanden bereits in der Urzeit Gewohnheiten und durch deren Anerkennung zunächst eine freiwillige, recht bald aber eine zwangsweise Unterordnung. Aus dem Willen der Gemeinschaft entstand so das Gewohnheitsrecht und schließlich das Gesetzesrecht. Gegenseitig haben diese jahrhundertelang um die Vorherrschaft gestritten.
9. März 2015

Es brennt in Langenholzhausen

Gellende Hupensignale, aufschreekend, alarmierend! Motorenrattern und Schellengeklingel! Die Motorspritze saust vorbei. Es brennt irgendwo. Wo mag es brennen? Die Menschen schauen einen Augenblick von ihrer Arbeit auf. Sie sehen die Männer mit den mutigen, entschlossenen Gesichtern, sehen die oft erprobten […]
7. März 2015

Die Erbpachtmüller von Langenholzhausen

„Mühle zu Langenholzhausen bin ich genannt, bin eine der größten am Kallestrand, und wer den Hals mir will vollzwingen, muß jeden Tag ein Fuder bringen!“

Wo bist du hin, du stolzer Spruch unter dem farbenfrohen Konterfei der alten Mühle mit dem schäumenden Wasserfall und den vier großen Rädern? Ein kecker Malersmann hatte euch einst an die Wand gepinselt, drinnen bei den klappernden, staubenden Mahlgängen. Doch nun hat euch alle längst die neue Zeit verschluckt, die neue Zeit mit ihren Walzenstühlen, Elevatoren und [...]

13. Februar 2015

Ein Bauernschicksal aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges

Man schrieb das Jahr 1622. Auf Johann Rügges Hofe in Langenholzhausen ging es heute hoch her. Man hatte den Emtehahn eingeholt, hatte dem Herrgott einen feierlichen Dank dargebracht, und nun wollte auch der Frohsinn sein Recht. Es war ein gutes Jahr gewesen, und der Bauer zeigte sich nicht knauserig.
8. Februar 2015

Eigentümlichkeiten im Charakter der Lipper

Wer stets an seiner heimischen Scholle geklebt hat, wird nicht leicht zu einem unbefangenen Urteil über seine Landsleute gelangen. Weil der höhere Gesichtspunkt zur Beurteilung fehlt, wird die Perspektive nur zu leicht eine unrichtige sein: Die Vorzüge sowohl wie die Schwächen der Stammesgenossen erscheinen zu groß, ähnlich wie in der Optik ein Gegenstand, der aus zu großer Nähe betrachtet wird, in seinen Verhältnissen nur schwer erkannt wird.

Zu dieser Betrachtung fühlte ich mich veranlaßt, als in einem thüringischen Universitätsstädtchen eine hochgebildete [...]

31. Januar 2015

Die Entstehung des Dorfes Wiembeck

Zu den jüngsten Siedlungen im Lipperlande gehört auch das Dorf Wiembeck in der Reihe der sogenannten Hagendörfer. Es war im 12. und 13. Jahrhundert, zur zeit der Gründung der ersten deutschen Kolonie im Baltenlande, als fleißige, knorrige Bauern gen Osten zogen, um brachliegenden fruchtbaren Boden zu bebauen.
7. Januar 2015

Der Hof – ein Geschichte aus Huxol

Draußen lag das vorweihnachtliche Land unter einer dichten Schneedecke. In kurzen, heftigen Stößen pfiff der Wind um das Haus und ließ die Buchenscheite im grünen Kachelofen aufknistern. Eine angenehme Müdigkeit kroch in den Gliedern hoch und machte mir den Kopf schwer.
12. September 2014

Sachsen und Franken in Lippe

Die Sachsenkriege Karls des Großen, die mit der für die deutsche Geschichte so wesentlichen und folgenreichen Einbeziehung des sächsischen Stammes in das christliche Frankenreich endeten, waren eine Folge der sächsischen Ausdehnung nach Westen. Im 6. Jahrhundert verteidigte sich der Frankenkönig Chlotar I. gegen sie, im 8. Jahrhundert waren es Karl Martell und König Pippin, die in Feldzügen bereits vor Karl in das sächsische Gebiet vorstießen. Bonifatius begann seine Missionstätigkeit bei Fritzlar im fränkischen, aber noch heidnischen Hessenland 719 in einem durch wiederholte sächsische Einfälle heimgesuchten [...]

8. September 2014

Das Bauernhaus in der lippischen Kulturlandschaft

Diese Arbeit ist keine wissenschaftliche Abhandlung, und sie möchte sich 
auch nicht den Anschein geben, eine zu sein. Sie ist zunächst und vor allem 
dem Heimatfreunde gewidmet, und darum möchte ich die Veröffentlichung 
meiner Dorfinventarisation, die ich im Jahre 1970 im Aufträge des Deutschen 
Heimatbundes im Kalletal, im Siedlungstrio Brosen, Rafeld und Selsen
 durchgeführt habe, im Plauderton nahebringen. Dazu gehört u. a., daß ich 
dem Heimatfreunde auseinandersetze, was ein Zwei-, Drei- und ein Vier
ständerhaus, ein niederdeutsches Hallenhaus und ein Flettdeelenhaus [...]