22. August 2015

Flachsverarbeitung in alter Zeit

Aus Großväter und Urgroßväter Zeiten schreibt ein alter Lipper aus dem Amte Brake, dessen Handschrift erkennen läßt, daß sie noch aus jener Zeit stammt, da man auf „Schönschreiben“ noch großen Wert legte, eine sehr anschauliche Schilderung des Flachsbaues in Lippe, der noch vor hundert Jahren in großer Blüte stand.
15. April 2015

Soll das vergessen werden ?

Wie war es früher? Was haben sich unsere Vorfahren dabei gedacht, wenn sie allem, was in ihrem Lebensablauf eine Rolle spielte, und wenn sie ihrem Glauben an übersinnliche Dinge in Sprichwörtern, Redensarten und Bräuchen Ausdruck verliehen? Waren sie so primitiv und rückständig, wie um dies heute oft erscheinen mag? Haben wir ein Recht, über ihre Anschauungen mitleidig oder erhaben zu lächeln?
3. April 2015

Altlippische Tischsitten

Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Nach solchem trachteten sie zu Großmutters Zeit beinahe noch mehr als heute und waren doch ebensowenig „Heiden“ wie wir. Es geschah ja nicht aus einer Lust des Lebens, sondern aus seiner Last; besonders im Zeitalter des Untertanen- und des Dreiklassenwahlrechts.
23. August 2014

Das letzte Fuder

Schon mehrere Wochen vor dem großen Tag pusten die Mägde Eier aus, reihen sie auf Bindfäden, hängen sie als Ketten unter den Holzhahn, den der Großknecht oder ein sonst dazu Begabter nach Feierabend oder während der Mittagsnone geschnitzt und angemalt hat. Meist erhebt sich so ein „Erntehahn“ über zwei rechtwinklig sich kreuzenden Tannen- oder Buchsbaumkränzen. In Augustdorf blieb für all das keine Zeit. „De Luie hür herümme hadden seoveel Arbeit up den dreigen Sanne. Seu können sick nicht jümmer graut Erntehahnens maken we jensoits van den Bergen.“