26. Dezember 2015

Das Hagenrecht der lippischen Ostmark

Herr Archivdirektor Professor Dr. Philippi veröffentlicht gemeinsam mit Herrn Dr. Grotefend in der diesjährigen Zeitschrift unseres Vereins für Geschichte und Altertumsfunde Westfalens daß einer Corveyschen Handschrift entnommene Hagenrecht von Wichenhofen.
29. November 2015

Als Vornholte (Varenholz) Lippisch wurde

»Tho -enne!«

Mit kräftigem Fluche schleuderte der Ritter Statius von Vornholte den steinernen Bierkrug gegen die Wand, daß die Scherben durch die Halle flogen und der Schaum an die Eichentäfelung der Decke spritzte. Noch einen verächtlichen Blick ließ der Ritter über die Männer gleiten, die aus den Bänken und unter dem Tische den schweren Rausch ausschliefen. Dann warf er sich stöhnend in den Sessel zurück, der dabei in allen Fugen knackte, und starrte noch eine Weile vor sich hin, bis auch [...]

29. Juni 2015

Totschlag im Felde bei Borkhausen

Vorbemerkung: Infolge der Erbauseinandersetzungen zwischen den gräflichen Häusern Detmold und Alverdissen-Schaumburg wurden die Bückeburger 1737 in den Besitz der Ämter Barntrup, Blomberg, Brake und Schieder gesetzt. Während Brake 1743 und Barntrup 1748 an Detmold zurückfielen, blieb Schieder bis 1789, Blomberg bis in die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts bückeburgisch.
14. Februar 2015

Kinder, die des Teufels sind

Die Hexenjustiz ist, aufs Ganze gesehen, von einer grauenhaften Einförmigkeit in allen Teilen Deutschlands. Als eine der Besonderheiten in den lippischen Prozessen aber verzeichnen wir die ungewöhnlich verhängnisvolle Rolle, welche die Kinder dabei gespielt haben.
31. Dezember 2014

DER LEHNSTAG UNTER DER LINDE ZU BLOMBERG UND SEINE ÖRTLICHKEIT

Die Everstein’sche Fehde war vorüber. Die Friedensschlüsse von 1408 1409 hatten für die Herrschaft von Lippe das Ende der furchtbaren Verheerungen und Brandschatzungen gebracht. Edelherr Simon III. zur Lippe wurde gezwungen, wertvolle Bestandteile seiner Herrschaft zu versetzen. Ämter wie Enger und Quernheim, das halbe Dorf Ufflen, reiche Höfe, Mühlen und andere Besitzungen und Einkünfte wurden verpfändet. Simon überlebte den Schlag nicht lange. Nach seinem Tode trat Bernhard VI. eine traurige Erbschaft an. Die Verpfändungen nahmen ihren Fortgang. Doch scheint er [...]

7. Juli 2014

Der Immendieb am Schandpfahl

Hans Br. aus der Grafschaft Sternberg hatte sich wiederholt für Süßigkeiten interessiert und Immen gestohlen. Nachdem er das erste Mal noch rechtzeitig „flüchtigen Fußes außer Landes entkommen“ war, hatte man ihn nach seiner Rückkehr im nächsten Jahre wieder bei seinen süßen Gewohnheiten ertappt. Für dieses Mal sollte ihm der Honig aber schlecht bekommen. Er wurde auf dem Schloß Brake gefangengesetzt. Der Vorgang wurde dem Hohen Peinlichen Halsgericht in Detmold unterbreitet. Das Verfahren ward schnell erledigt, und nach ein paar Tagen erschien [...]

22. Oktober 2013

Die Belagerung des Ellernkruges

Seit Jahrhunderten hatten die Grund­eigentümer und Gemeinden hingenommen, daß der Landesherr auf ihrem Grund und Boden die Jagd selbst ausübte oder gegen Entgelt anderen gestattete. Das änderte sich, als 1848 die Frankfurter National­ versammlung die ...
28. März 2013

„Von bösen Weibern ins Verderben gestürtzt“

Nachbarschaftskonflikte und Hexenprozesse im Kirchspiel Schlangen 1. Die Macht der Worte

Im Frühjahr 1565 kam es zwischen dem Kohlstädter Bauern Wulfkuhle und seiner Nachbarin Gertrud Deppe zum Streit, weil die Gänse der Deppe in Wulfkuhles Roggenfeld gelaufen waren und sich über die junge Saat hergemacht hatten. Dieser Vorfall war der Beginn einer erbitterten nachbarlichen Feindschaft, eines Dramas, in dem Worte zu tödlichen Waffen wurden. Der Bauer Wulfkuhle starb in dem Glauben, der Fluch der Deppe habe ihn umgebracht.

Sein Sohn Hermann, der den [...]

28. März 2013

Angela

Die Geschichte der Bäuerin Angela Uhl, verwitwete Falke von der „Falkenflucht“ unter dem Köterberg im Weserland, ist wahr. Sie findet sich, von der Hand eines Pfarrers nach den Akten des Geschworenengerichts zu Kassel aufgezeichnet, in dem „Schwarzen Buche“, das einem Verwundeten aus jener Gegend während des ersten Weltkrieges in einem Feldlazarett der Westfront in die Hände fiel und das er seinen Eltern in die Heimat sandte, die es getreulich zum Gedächtnis des bald danach Verstorbenen aufbewahrten. Daraus habe ich sie, ergänzt [...]

22. März 2013

Der „Kropsche“ Folterkasten im Museum Hexenbürgermeisterhaus

„DIE RACHE GOTTES ERWACHE …“ ANNO 1773/74:

Ein dreifacher Mord und die letzte Hinrichtung in Lemgo

1. Die Opfer der Mordtat und ein mögliches Tatmotiv

1.1 Die Entdeckung der Mordtat Am Pfingstmorgen des Jahres 1773 um 6 Uhr früh wurde der Lemgoer Obrigkeit ein dreifacher Mord gemeldet. Eine Stunde später begaben sich die beiden Bürgermeister Johann Anton Benzler und Christian Friedrich Helwing, der Stadtsekretär Johann Albert Hermann Heldmann, der Stadtphysikus Dr. Christoph Heinrich Kruse und der Chirurg Johann Dietrich Mische in das Haus des Bäckers [...]

22. März 2013

Kanonen auf Schloss Brake gerichtet

Kanonen auf Schloß Brake gerichtet

Lemgo/Brake. Die Rebellion der Lemgoer Bürger gegen den Landesherrn Simon. Graf und Edler zur Lippe, weitet sich aus. Nachdem in den vergangenen Tagen die Stadtwälle erhöht und verstärkt und Barrikaden errichtet wurden, sind jetzt alle Tore und Türme mit städtischen Milizen besetzt. Die Rebellen habe alle verfügbaren Geschütze auf die Wälle gerollt. Fünf Kartauen (von Experten als stärkste Kanonen eingestuft) sind auf das gräfliche Residenzschloss Brake vor den Toren der Stadt gerichtet. Auch die Fahnen wurden bereits [...]

22. März 2013

Hausabriss an den Externsteinen

Es war im Herbst des Jahres 1616. Bei den Externsteinen und Umgegend im Walde trieb sich allerhand übles Gesindel herum: „Räuber, Schelme, Mörder und Diebe." So steht es in den Akten des Staatsarchivs Detmold. Überfälle an den Durchgangswegen der Egge und des Teutoburger Waldes waren seit längerer Zeit bereits der Schrecken der Anwohner und Reisenden.
22. März 2013

Das Zaubermägdlein von Sternberg

Es waren zwei dunkle Jahrzehnte nach den Schrecknissen und Drangsalen des Dreißigjährigen Krieges: Zauberwahn, Hexen- und Werwolfsglauben suchten das Sternberger Land heim. Ein besonders schlimmer Hexenkessel begegnet uns in dem kleinen abgelegenen Dorfe Alt-Schwelentrup zwischen den Ausläufern der Sternberger Berge.
21. März 2013

Angelika Steg, die junge Hexe vom Wulfshof

Es war in den letzten Jahren des Ersten Weltkrieges. Da blätterte ich häufiger in den ältesten Kirchenbüchern meiner Heimatgemeinde Bösingfeld. Besonders das älteste, kleine, in Schweinsleder gebundene Buch hatte es mir angetan. Stammte es doch aus den ersten Jahren nach dem Dreißigjährigen Kriege und brachte es zudem die ersten Nachrichten über die eigene Familie und Sippe.
21. März 2013

Mord und Straßenraub

Es geschah im Jahre 1794, genau am 16. Juli 1794, als in Detmold der Tat überführte Tagelöhner Franz Henrich Böger aus Brake durch das Rädern in den Tod geschickt wurde. Es war zugleich die letzte Hinrichtung, die Detmold erlebte.