8. September 2014

Das Bauernhaus in der lippischen Kulturlandschaft

Diese Arbeit ist keine wissenschaftliche Abhandlung, und sie möchte sich 
auch nicht den Anschein geben, eine zu sein. Sie ist zunächst und vor allem 
dem Heimatfreunde gewidmet, und darum möchte ich die Veröffentlichung 
meiner Dorfinventarisation, die ich im Jahre 1970 im Aufträge des Deutschen 
Heimatbundes im Kalletal, im Siedlungstrio Brosen, Rafeld und Selsen
 durchgeführt habe, im Plauderton nahebringen. Dazu gehört u. a., daß ich 
dem Heimatfreunde auseinandersetze, was ein Zwei-, Drei- und ein Vier
ständerhaus, ein niederdeutsches Hallenhaus und ein Flettdeelenhaus [...]

31. August 2014

Gewerbliches Leben in Lemgo um 1900

Die große Industrie fehlte völlig, doch waren fast alle Handwerke vertreten. Viele sind inzwischen der Konkurrenz der Maschinenarbeit erlegen, so die Leinen- und Drellweber12Der Drellweber fertigte Drillichgewebe, Zeugmacher und Wollspinner, die Blau- und Schönfärber, die Filzschuh- und Filzhutmacher, die Holzschuh- und Galoschenmacher, Meerschaumdrechsler, Pfeifenschneider, Zinngießer sowie Nagel- und Kupferschmiede. Alle Handwerker, ja selbst Tagelöhner und Einlieber betrieben nebenher in größerem oder geringerem Umfange Garten- und Ackerbau mit Viehzucht.

Hempelmanns Scheune, Ostseite der Breiten Straße, ehemals Gerberei.

Es gab in der Stadt auch viele Bürger, die den [...]

6. August 2014

Leben an einer großen Straße

Bilder aus 2000 Jahren westlippischer Landesentwicklung

Das Buch „Auf den Spuren der Menschen im lippischen Westen” enthält den Versuch, das Überkommene in Landschaft und Siedlung nach der Entstehung zuordnen und über­schaubar zu machen. Die gestaltenden Kräfte, die das bewirkten, wurden in der Untersu­chung nicht gesondert dargestellt. Auf 6 Druckbogen war dafür kein Platz. Die Einbin­dung des Überkommenen in die überregiona­len Kräfte möchte ich in Umrissen hier nachholen.

Natürlich ist das Land an der großen Straße — von Niedermarsberg über Paderborn bis Verden [...]

17. Juli 2014

Detmolds alte Wassermühlen

Der schöne Kupferstich von „Detmolden“, den Matthaeus Merian im Jahre 1647 in seiner „Topographie Westphaliae. Das ist Beschreibung der Vornehmbsten und bekantisten Städte und Plätz im Hochlöbl. Westphälischen Creiße“ veröffentlichte, zeigt eine Gesamtansicht der Residenz von Westen. Deutlich hebt sich zwischen dem Lemgoer Tor (links) und dem Hornschen Tor (rechts) der Schloßbezirk von der mauerumringten Stadt ab, während außerhalb dieses Bereiches im Gelände des Bruches mit seinem Baum- und Hedtenbewuchs drei Bauten (im Vordergründe links) zu sehen sind: die „obere [...]

29. März 2014

Ein Augustdorfer Zieglerleben um 1900

Um die Jahrhundertwende arbeitete ein großer Teil der Augustdorfer im Zieglerberuf. Die wenigen wirtschaftlichen Verdienstmöglichkeiten innerhalb des Dorfes zwangen die Männer, nach auswärts zu gehen. Die kümmerlichen Erträge des Sandbodens reichten zum Lebensunterhalt der Familie kaum aus. Überdies hatten fast alle Familien eine ansehnliche Kopfstärke.
21. März 2014

Heimat im Flachs – eine versunkene Welt

Kennt ihr die Geschichte von Vineta, der versunkenen Stadt in der Ostsee? Einst war sie groß und herrlich und reich an Menschen, Silber und Gold und anderen Schätzen der Erde. Da wurden ihre Bewohner übermütig und hartherzig und immer goldgieriger. Darum versank sie in den Fluten des Meeres und ward nicht mehr gesehen. Nur Fischerleute sehen sie zuweilen mit Häusern und Türmen und seltsam gekleideten Menschen auf dem Meeresgründe und hören ihre silbernen Kirchenglocken. An diese Sage mußte ich denken, [...]

14. August 2013

Die lippische Wirtschaft im Industriezeitalter

Wie alle absoluten Zahlen sind auch diese nur beschränkt aussagefähig und erhalten ihr volles Gewicht erst in Verbindung mit Bezugsgrößen. So sei denn daraufhingewiesen,....
29. Juli 2013

Oerlinghausen – Schwarzes Gold

Kohlenbergbau erbrachte keinen Gewinn

Lippes Erde ist reich an landschaftlichen Reizen, doch arm an Schätzen, die in ihrem Schöße ruhen. Heute haben sich ihre Bewohner ohne Groll mit dem zweiten Tatbestand abgefunden. In früheren Zeiten war es aber ein hochrangiges Ziel der regierenden Häupter des einst souveränen Staatsgebietes gewesen, alle vorhandenen — auch die noch so bescheidenen — Ressourcen ihres Landes zu dessen wirtschaftlichem Nutzen auszuschöpfen, — nur hatten sich ihre teilweise weitgespannten Erwartungen selten genug erfüllt. Graf Simon VI. gehörte zu [...]

13. April 2013

Das Hermannsdenkmal 1875

Die Einweihung des Hermannsdenkmals ist heute Mittag glänzend erfolgt. Den Kaiser begrüßten an 30 000 Men­schen, unter ihnen Deputationen von vielen deutschen Städten und auch aus Nordamerika. Die Ankunft des Fest­zuges auf der Grotenburg erfolgte um elf Uhr...
31. März 2013

Woher hat der Wolfsberg seinen Namen ?

So wenig einladend sein Name auch klingen mag, der Wolfsberg im Landschaftsschutzgebiet Langes Tal, östlich der Gemeinde Schlangen, hat Jahr für Jahr, wenn sich über seinen Hang ein farbenfroher Teppich blühenden Lerchensporns hinzieht, ungezählte Naturfreunde zu Besuch. Auch im Sommer und selbst im Winter lockt die landschaftliche Schönheit dieses Gebietes — von Kohlstädt aus Südosten liegend — viele Besucher. Und wenn der Name „Wolfsberg“ fällt, mögen die Gedanken manches Wanderers zurückgehen in jene „finstere Zeit“, als hier in einsamer Wildnis die [...]

22. März 2013

Die alte Ölmühle zu Brake

Nirgendwo habe ich den Rhythmus der ewig wesenden Natur, geheimnisvoll und eindringlich zugleich, so stark empfunden wie an der alten Ölmühle zu Brake. In der Erstarrung des Winters, im drohenden machtvollen Rauschen der Wasser in den Tagen der Schneeschmelze, im frühen Frühling, wenn die Weiden sich bräunen, im Mai, wenn die Blattknospen aufbrechen, in der feierlichen Ruhe eines Sommertages, wie im jauchzenden Aufschrei des Herbstes lädt dieses Bild den Besinnlichen zum Verweilen ein.

Sicher gehören Mühlen dieser Art der Vergangenheit an. [...]