19. Dezember 2015

Von Hexen und Zauberern

Wehe dem, der in den Ruf kam, eine Hexe oder ein Zauberer zu sein! Schreckliche Qualen und einen grausamen Tod konnte ein solches Gerücht zur Folge haben. Mehrere hundert unschuldige Menschen sind in unserm kleinen Lande dem Hexenwahn zum Opfer gefallen. Auch im lippischen Norden, in Lüdenhausen, Kalldorf, Langenholzhausen, Varenholz, Erder, Stemmen, Almena, Henstorf, Göstrup und Talle, hat man Frauen zu Hexen oder Zauberschen, Männer zu Hexenmeistern gemacht.
17. Juli 2015

Das Lemgoer Armsünderglöcklein

Immer wieder klangen mir diese Worte in den Ohren, als ich daran ging, die Geschichte des Lemgoer Sünderglöckleins zu erforschen. Es war mir, als habe dem Dichter bei seinen Versen das Bild unserer Alten Hansestadt vor Augen geschwebt. Denn auch Lemgo hatte im Mittelalter einen gewandten Glockengießer und eine „Sünderglocke“, die ein Meisterwerk der Glockengießerkunst war.
14. Februar 2015

Kinder, die des Teufels sind

Die Hexenjustiz ist, aufs Ganze gesehen, von einer grauenhaften Einförmigkeit in allen Teilen Deutschlands. Als eine der Besonderheiten in den lippischen Prozessen aber verzeichnen wir die ungewöhnlich verhängnisvolle Rolle, welche die Kinder dabei gespielt haben.
7. Januar 2015

Gestalten aus der Hexenzeit

Ein Bauernfänger

Es war zur Zeit des 30-jährigen krieges, im Jahre 1625.

. . . Um den „Kak“ auf dem Marktplatz zu Lemgo — Kak ist der Pranger oder Schandpfahl —drängen sich die Leute.  Aufgeregt und zornig reden die Bürger durcheinander. Es ist aber auch zu toll. Da soll ein braver Bürger, der Krämer Balthasar Wißmann ausgepeitscht werden. Und warum? Bloß weil er ein paar dumme Bauern angeschmiert hat!

Der Bauer Finke aus Homeien hat ihn verklagt. Und der ehrbare Rat hat ihn [...]

28. März 2013

„Von bösen Weibern ins Verderben gestürtzt“

Nachbarschaftskonflikte und Hexenprozesse im Kirchspiel Schlangen 1. Die Macht der Worte

Im Frühjahr 1565 kam es zwischen dem Kohlstädter Bauern Wulfkuhle und seiner Nachbarin Gertrud Deppe zum Streit, weil die Gänse der Deppe in Wulfkuhles Roggenfeld gelaufen waren und sich über die junge Saat hergemacht hatten. Dieser Vorfall war der Beginn einer erbitterten nachbarlichen Feindschaft, eines Dramas, in dem Worte zu tödlichen Waffen wurden. Der Bauer Wulfkuhle starb in dem Glauben, der Fluch der Deppe habe ihn umgebracht.

Sein Sohn Hermann, der den [...]

22. März 2013

Das Zaubermägdlein von Sternberg

Es waren zwei dunkle Jahrzehnte nach den Schrecknissen und Drangsalen des Dreißigjährigen Krieges: Zauberwahn, Hexen- und Werwolfsglauben suchten das Sternberger Land heim. Ein besonders schlimmer Hexenkessel begegnet uns in dem kleinen abgelegenen Dorfe Alt-Schwelentrup zwischen den Ausläufern der Sternberger Berge.
21. März 2013

Angelika Steg, die junge Hexe vom Wulfshof

Es war in den letzten Jahren des Ersten Weltkrieges. Da blätterte ich häufiger in den ältesten Kirchenbüchern meiner Heimatgemeinde Bösingfeld. Besonders das älteste, kleine, in Schweinsleder gebundene Buch hatte es mir angetan. Stammte es doch aus den ersten Jahren nach dem Dreißigjährigen Kriege und brachte es zudem die ersten Nachrichten über die eigene Familie und Sippe.
20. März 2013

David Welmann

David Welmann wurde im Jahre 1595 in Lemgo als dritter Sohn eines Glasers geboren. Ausgebildet für seinen späteren Beruf wurde er von dem Lemgoer Apo­theker Wolrad Ferber, der offenbar ein ungewöhnlich gelehrter Mann war, wid­mete ihm doch der damalige Rektor der Lateinschule und spätere Theologieprofes­sor Joh. Gisenius eine Dissertation.