14. Oktober 2017

Des Zieglers Lust und Last

oder: Simon sein Bilderbuch, mit kurzer Beschreibung zu jedem Bilde, von ihm selber. Vorrede. Hier ist mein Bilderbuch. So viel mir bewußt ist, ist nichts Böses darin. Warum sollte ich […]
18. September 2017

Das Waisenhaus in Barntrup

»O Barntrup, O Barntrup, du wunderschöne Stadt«, so blies der Schwager auf seinem beuligen Horn, als die Post in die Nähe von Barntrup kam. Früher hätte ich ihm recht gegeben, […]
11. Dezember 2015

Vom Familiengold

Unter meinen Ausweispapieren hatte ich lange Jahrzehnte eine Bescheinigung meiner Schule verwahrt. Darauf stand zu lesen, daß der „Vorzeiger dieses“ berechtigt sei, Goldstücke zu sammeln. Das ist wahr und wahrhaftig geschehen, […]
7. August 2015

Die unterirdische Glocke

Es waren ein paar ganz gerissene Jungs, der Hinnerk und der Ludewig. Nicht, daß sie ihrem alten Kantor gerade viel Freude machten. Der war im Gegenteil nicht wenig erbost, daß er immer wieder Strafrichter seiin mußte über die Streiche, mit denen die beiden rotbackigen, kräftigen Bauernjungs das Dorf beunruhigten.
29. April 2015

Viktoria – Eine Liebesgeschichte aus der Jugendzeit der Fürstin Pauline

„Wir müssen uns eilen“, sagt der Erbprinz von Anhalt-Bernburg zu seiner Schwester und gibt seinem Pferde die Sporen. „Du weißt, in zwei Stunden trifft Tante Sophie mit deiner neuen Spielgefährtin, Kusine Victoria, ein. Vater kann sehr ungehalten werden, wenn wir nicht pünktlich sind“.
18. April 2015

Ein Feiertag im Tagesablauf der Vorfahren

Sophie Topp, geb. Tegt, aus Istrup, sagte mir, schon 79jährig, einmal: „Wenn doch kein Sunndag wör, nai, denn möchte eck gornich up de Welt soin.“ Und nach einer Besinnung setzte sie hinzu: „Iuse Herrgott schall wall wußt häbben, worümme heu den Sunndag maket het. Heu hät’n sicher sümst neidig hat na oll de Klabasteroige met de Schöpfunge.“
15. April 2015

Soll das vergessen werden ?

Wie war es früher? Was haben sich unsere Vorfahren dabei gedacht, wenn sie allem, was in ihrem Lebensablauf eine Rolle spielte, und wenn sie ihrem Glauben an übersinnliche Dinge in Sprichwörtern, Redensarten und Bräuchen Ausdruck verliehen? Waren sie so primitiv und rückständig, wie um dies heute oft erscheinen mag? Haben wir ein Recht, über ihre Anschauungen mitleidig oder erhaben zu lächeln?
8. Februar 2015

Eigentümlichkeiten im Charakter der Lipper

Wer stets an seiner heimischen Scholle geklebt hat, wird nicht leicht zu einem unbefangenen Urteil über seine Landsleute gelangen. Weil der höhere Gesichtspunkt zur Beurteilung fehlt, wird die Perspektive nur […]
27. Januar 2015

Aus dem Tagebuch eines Blomberger Lehrers (1813-1871)

Bücher sollte man wohl verschenken, aber möglichst selten verleihen, denn allzuoft wird ein verliehenes Buch als „Geschenk“ betrachtet und findet dann nicht so leicht von selbst zu seinem Besitzer zurück. Das Buch, von dem hier berichtet werden soll, brauchte 40 Jahre, um zu seiner Besitzerin, Fräulein Lucie Textor in Blomberg, überraschend doch noch zu­rückzukehren.
21. April 2014

Die Berkemeyers

Man schreibt das Jahr 1617. Über die Kachtenhauser Heide weht der Maienwind und spielt im Laub der drei Birken, dem Wahrzeichen des Hofes. Jobst, den kleinen Stammhalter auf dem Arm, steht neben seiner Frau in der Hoftür und blickt mit stiller Freude in das junge Birkengrün hinein. „Sind das nun nicht die schönsten Pfingstbäume weit und breit, Anna?“ — „Ja“, meint sie, „und zu Pfingsten freue ich mich auch immer besonders an ihnen.
21. Januar 2014

Die Hütejungen von Oerlinghausen

Noch vor wenigen Jahrzehnten waren Oerlinghausens Einwohner größtenteils Zigarrenmacher und Weber. Ihr karger Verdienst zwang sie, nach zehnstündiger Arbeitszeit auch noch Ackerbau zu treiben. Zu einer Kuh konnten sich dabei […]
21. Januar 2014

Als Junglehrer in Hohenhausen

Von 1908 bis 1911 war ich Nebenlehrer in Hohenhausen. Es war nicht ganz einfach, zwei Klassen mit zusammen 151 Schülern, darunter eine ganze Reihe, die eigentlich in eine Hilfsschule gehört hätten, und selbstverständlich auch regelrechte kleine Bösewichte und Faulpelze darunter, 32 Wochenstunden im Zaun und in Zucht zu halten, und selbstverständlich griff auch ich, wie das damals allgemein ...
13. Januar 2014

Ein Berliner Ferienkind lernt Lipper Platt

Im März des Jahres 1917 bekam das Bergdorf Talle im lippischen Norden Berliner Ferienkinder. Auch auf dem Lande war damals schon Schmalhans Küchenmeister. Die „Oßen“ hing längst nicht mehr voller […]
19. Dezember 2013

Am Rand der Senne

Um die Mittagszeit wird es in den Kiefernschlägen unerträglich heiß. Die Baumpieper verstummen, und die Heidelerchen sind müde. Die Luft ist voller Harzgeruch. Aus den Kronen kommt ein leises Knacken, wenn sich die Zapfen öffnen. Nur die Waldameisen werden eiliger, sie mögen nicht den kühlen Morgen und die naßkalten Regentage.
11. Dezember 2013

Lippische Märchen und Sagen

19. August 2013

Die große Wäsche

Das Waschen der Wäsche, das heute mit Hilfe von Waschmaschine, Trockner und Vollwaschmittel höchstens zwei bis drei Stunden dauert und - von wenigen Handgriffen abgesehen - völlig...
13. August 2013

Kindheit und Schule

Salzuflen war um die Jahrhundertwende noch eine kleine Ackerbürgerstadt. Meine Eltern bewohnten damals die schöne Besitzung „Krecken aufm Häuschen" an der Wenkenstraße, wo sich heute das Vinzenzheim befindet. „Über dem Häuschen" bedeutet über dem Torwärterhäuschen am Heßkamper Tor.
12. August 2013

Osterfeuer auf dem Tönsberg

Wer seinen Osterspaziergang so einrichtet, daß er beim Dunkelwerden auf einer unserer Bergkuppen steht, hat fast überall in unserem Gebiete ein prächtiges Bild vor sich: Sobald es anfängt zu dämmern, […]
11. August 2013

Als Radfahren noch gefährlich war

Nicht nur Kinder und frei umherlaufende Hunde bedeuteten um 1880 eine große Gefahr für einen Radfahrer, sodaß man jemanden, der ohne Peitsche gefahren wäre, mit Recht als äußerst leichtsinnig bezeichnet hätte. Wenn sich ein solcher Velozipedfahrer durch die Dörfer schlängelte, dann ließen die Bauern ihre Hunde los und hetzten sie hinter dem verrückten Kerl her. Übrigens hatten nicht alle Radfahrer Peitschen, sondern die ganz gewitzten waren mit Schreckschußpistolen ausgerüstet.
4. August 2013

Erinnerung an ein kleines Kreuz aus weißer Birke in Bergkirchen

In unserer Heimat liegt ein Kirchlein auf einsamer Höhe, dicht am Waldesrande. Bergkirchen heißt es, wie sicher manche Orte in gleicher Lage. Zur Gemeinde gehören die vielen Bauernhöfe, die verstreut im Umkreis liegen. Schon von weitem grüßt der spitze Kirchturm den einsamen Wanderer, der auf stillen Pfaden entlang einem munter plätschernden Bach seinem Ziel zustrebt: Bergkirchen....

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