23. August 2016

Vom Kohlpott bis Lopshorn

Maimorgen mit Buchfinkengeschmetter und Lerchengetriller. Eine erquickende Brise hat sich erhoben, schaukelt sanft die frischgrünen Buchenwipfel und macht, daß das zahllose Heer der Roggenhälmchen eine aufgeregte Unterhaltung beginnt.

Jetzt aber, da ich, von Norden kommend, ins Werretal zum Dorf und Bahnhof Nienhagen hinabschreite, verlassen mich Buchenwipfel und Roggenhalme. Unvermittel bin ich vom Lehm- auf den Sandboden geraten. Eine neue Vegetation umgibt mich: Fichten und Kiefern und zwischen dem dunklen Grün leuchtete bisweilen ein Birkenstämmchen auf.

Da ist der „Kohlpott“, wo nach den bemerkenswerten [...]

14. Februar 2015

Kinder, die des Teufels sind

Die Hexenjustiz ist, aufs Ganze gesehen, von einer grauenhaften Einförmigkeit in allen Teilen Deutschlands. Als eine der Besonderheiten in den lippischen Prozessen aber verzeichnen wir die ungewöhnlich verhängnisvolle Rolle, welche die Kinder dabei gespielt haben.
7. Januar 2015

Gestalten aus der Hexenzeit

Ein Bauernfänger

Es war zur Zeit des 30-jährigen krieges, im Jahre 1625.

. . . Um den „Kak“ auf dem Marktplatz zu Lemgo — Kak ist der Pranger oder Schandpfahl —drängen sich die Leute.  Aufgeregt und zornig reden die Bürger durcheinander. Es ist aber auch zu toll. Da soll ein braver Bürger, der Krämer Balthasar Wißmann ausgepeitscht werden. Und warum? Bloß weil er ein paar dumme Bauern angeschmiert hat!

Der Bauer Finke aus Homeien hat ihn verklagt. Und der ehrbare Rat hat ihn [...]

22. März 2013

Graf Ludwig zur Lippe, Gründer der Abtei des Stiftes St. Marien in Lemgo und Schöpfer des Abteigartens

Das Kerckmannsche Haus

Das ehemalige Abteigebäude des Lemgoer Marienstifts an der Breiten Straße gibt dem Betrachter einige Rätsel auf. Die geschwungene Freitreppe, der auf Säulen ruhende Balkon, das von Rokoko-Ornamenten flankierte Doppelwappen mit der Jahreszahl 1769 alles das deutet auf einen Barockbau hin. Dagegen weisen die beiden Giebel mit darüberhin laufenden Gesimsen das Haus in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts. Der ungewöhnlich große Massivbau ist bezeugt als Kerckmannsches Haus. Als Erbauer ist der Licentiat Henrich Kerckmann anzunehmen, der von 1579 bis [...]

20. März 2013

David Welmann

David Welmann wurde im Jahre 1595 in Lemgo als dritter Sohn eines Glasers geboren. Ausgebildet für seinen späteren Beruf wurde er von dem Lemgoer Apo­theker Wolrad Ferber, der offenbar ein ungewöhnlich gelehrter Mann war, wid­mete ihm doch der damalige Rektor der Lateinschule und spätere Theologieprofes­sor Joh. Gisenius eine Dissertation.