14. August 2015

Der Überfall im Pfarrhause zu Reelkirchen in der Neujahrsnacht 1799/1800

Der letzte Abend des Jahres 1799 ging zur Neige. Gegen 9 Uhr ging der Pastor Heinrich Schönfeld, damals ein Mann von 37 Jahren, von seiner Arbeitsstube, die im oberen Stock des Hauses lag noch einmal hinunter in die Wohnstube, wo seine Mutter, eine 16jährige Verwandte, die Dienstmagd, der Knecht Heinrich und ein 15jähriger Junge beisammen waren und sich gerade anschickten, zu Bett zu gehen.
12. August 2015

Alt-Oerlinglausen von der Sachsenhalle bis zum Bau der Kirche

Heute wissen wir dank der Grabungsergebnisse, daß das altsächsische Urlinchuson nicht oben am Berge, sondern im Talgrund, westlich der alten Kirche, an den Landerquellen lag. Die Scherbenfunde gehören dem 5. bis 10. Jahrhundert an, die Sachsensiedlung hat somit dort 500 Jahre bis zur Vollendung der Kirche bestanden.
17. Juli 2015

Das Lemgoer Armsünderglöcklein

Immer wieder klangen mir diese Worte in den Ohren, als ich daran ging, die Geschichte des Lemgoer Sünderglöckleins zu erforschen. Es war mir, als habe dem Dichter bei seinen Versen das Bild unserer Alten Hansestadt vor Augen geschwebt. Denn auch Lemgo hatte im Mittelalter einen gewandten Glockengießer und eine „Sünderglocke“, die ein Meisterwerk der Glockengießerkunst war.
17. Mai 2015

Die romanischen Dorfkirchen in Lippe

Wenn an den Feiertagen die Glocken zum Kirchgang rufen, so beleben sich auf dem Lande die Straßen und Feldwege mit den Kirchgängern. Viele haben die Kirche gleich im Dorfe, aber zahllose andere müssen einen tüchtigen Weg zurücklegen, um zu ihrem Gotteshaus zu kommen. Besonders im Westen unseres lippischen Landes liegen die Kirchen weit voneinander entfernt, und erst in neuester Zeit hat man sich, angesichts der wachsenden Bevölkerung, bemüht, die Lücken zu schließen.
2. April 2015

Auf den Spuren der Hugenotten in Lippe

Im Lippischen Kalender 1951 hat Karl Meier, Lemgo, uns an die zeit erinnert, wo auch in Lippe Hugenotten einwanderten. Wir haben also nicht nur heute ein Flüchtlingsproblem in unserem Lande. Vielmehr suchten nach der Aufhebung des Edikts von Nantes im Jahr 1685 die Hugenotten Frankreichs unter unter unsäglichen Leiden und Gefahren heimlich die Grenze zu gewinnen, um sich in Holland, England, der Schweiz und Deutschland niederzulassen. Man sah auf den Straßen unseres Landes große Scharen von Flüchtlingen . Frankreich verlor [...]

31. März 2015

Kindtaufe in der Senne um 1860

Kindtaufe in der Senne um 1860

Es ist Regel, daß das Kind von drei oder vier Gevattern oder Gevatterinnen zur Taufe gehalten wird. Die Taufe selbst wird am Ende des Gottesdienstes vor versammelter Gemeinde vorgenommen. Nur ausnahmsweise kommt es bei unseren Mobilitäten vor, daß sie die Taufe im Eltemhause wünschen.
16. Februar 2015

Die ehemalige Kapelle in Großenmarpe

Sie verfiel etwa im Jahre 1906 dem Abbruch, als Opfer einer Zeitanschauung, die der Bedeutung alter Baudenkmäler für Volkstum, Geschichte und Landschaft noch ohne das richtige Verständnis gegenüberstand. Ohne zwingende Notwendigkeit wurde sie nachdem sie Generationen als Andachtsstätte gedient hatte, beseitigt.
14. Februar 2015

Kinder, die des Teufels sind

Die Hexenjustiz ist, aufs Ganze gesehen, von einer grauenhaften Einförmigkeit in allen Teilen Deutschlands. Als eine der Besonderheiten in den lippischen Prozessen aber verzeichnen wir die ungewöhnlich verhängnisvolle Rolle, welche die Kinder dabei gespielt haben.
12. September 2014

Die Entstehung des Landes Lippe

Aus dem hohen Mittelalter, der Zeit der sächsischen, salischen und Staufischen Kaiser, liegen vor dem 13. Jahrhundert nur verhältnismäßig wenige unmittelbare Nachrichten für das später Lippe genannte Gebiet vor. Seine schon erwähnten Gaue und Kirchspiele im Paderbomer und Mindener Diözesanbereich gehörten zum sächsischen Stammesherzogtum der Liudolfinger, die mit Heinrich I. 919 auch den deutschen Königsthron bestiegen.
25. Oktober 2013

Leopoldshöhe — einst

Leopoldshöhe — eine stolze Zeit für eine junge Kirchengemeinde, aber auch für einen schönen lippischen Ort, dessen Entwicklung mit einer Kirche und zwei, drei Häusern begann, und der inzwischen ein stattlicher Ortsteil einer modernen Großgemeinde geworden ist. Das sollte Anlaß sein, eine kleine Rückschau in die Vergangenheit zu tun.

Es besteht gar kein Zweifel, daß in unserer Gemeinde Germanen gewohnt haben; Funde in Krentrup und Greste weisen darauf hin. Ob in Leopoldshöhe selbst eine germanische Siedlung war, bleibt dagegen offen.

Verfolgt man [...]

18. September 2013

Haustenbeck im Jahre 1840

Die Dorfschaft Haustenbeck besteht aus 106 Stätten, den Pfarr- und Schulgebäuden, und dem Popp'schen Erbkruge nebst Mühle. Die Colonate liegen zerstreuet in der Senne umher, in einem Umkreise von etwa drei Stunden. Unter denselben ist nur eine einzige Kleinkötterstätte, die übrigen sind Hoppenplöcker-, Straßenkötter- und Neuwohnerstätten.
16. September 2013

110 Jahre »Eben-Ezer«

Ein Beitrag zur 110 jährigen Geschichte Eben-Ezer’s  – von Hubertus Brennig aus der Zeitschrift „Heimatland Lippe“ 03/1972

Topehlen-Denkmal vor der Hauptverwaltung der Anstalt. Im Hintergrund das große Männerhaus.

„Eben-Ezer“ ist eine Stätte im Alten Testament (1. Sam. 7, 12) und bedeutet „Stein der Hilfe“. „Stein der Hilfe“ für geistig behinderte Menschen will auch die „Heilerziehungsund Pflegeanstalt Eben-Ezer“ in Lemgo sein. Rund 1 200 Pflegebefohlene — Kinder und Erwachsene, pflegebedürftig oder noch zu fördern und zu erziehen — werden in den Häusern der Anstalt [...]

14. September 2013

Die lippische Rose im Wappen der niederländischen Gemeinde Hardenberg

Es dürfte hinlänglich bekannt sein, daß die »lippische Rose« in zahlreichen nord-rhein-westfälischen — und speziell lippischen — Gemeindewappen vertreten ist, aber wohl kaum, daß sie auch das Wappen einer niederländischen Gemeinde ziert. Seit 1962 nämlich führt die im deutsch-niederländischen Grenzgebiet gelegene Gemeinde Hardenberg (Provinz Overijssel) die rote Rose mit goldenem Butzen und goldenen Kelchblättern im Schilde.1Für die Bereitstellung der Abbildung des Hardenberger Gemeindewappens danke ich der Gemeindeverwaltung in Hardenberg. Nun muß nicht jede rote Rose in silbernem Feld auch [...]

13. September 2013

1200 Jahre Kirche Stapelage

Aus der Festschrift zu ihrer Neuweihe am 17. Dezember 1961 – Von Leopold Möller

Das Alter unseres Gotteshauses kennen wir nicht genau. Wahrscheinlich ist die Kirche zu Stapelage in der Zeit Karls des Großen, um 800, als Reichskirche oder Eigenkirche eines auf dem sächsischen oder später fränkischen Haupthofe zu Stapelage sitzenden Grafen oder Grundherren gebaut worden. Man muß die Kirche daher auch im Zusammenhang mit dem Ort Stapelage (Stapellage, Stabellage) sehen. Der Name „Stapelage“ wird von einer alten Gerichtsstätte hergeleitet. Zuerst erwähnt wird [...]

12. September 2013

Oerlinghausen — einst und jetzt

Auf Grund eines lippischen Landesgesetzes vom 27. April 1926 wurden der damaligen Dorfgemeinde Oerlinghausen die Stadtrechte verliehen. Die Urkunde des Landespräsidiums zeigt durch ihre schlichte äußere Gestaltung, daß damals nach Krieg und Inflation noch wirtschaftliche Not herrschte. Unterschrieben wurde die Urkunde von Heinrich Drake, Max Staercke und Friedrich Geise.

Als die Nachricht von der Verleihung der Stadtrechte eintraf, da verkündeten „Böllerschüsse“ vom Tönsberg das freudige Ereignis. Zum 1. Bürgermeister wurde August Reuter gewählt. Er war seit 1919 der Ortsvorsteher der Dorfgemeinde [...]

9. September 2013

Von Beguinen, Klosterdamen und verborgenen Schätzen

Das Beguinenhaus ist wohl eine der ältesten Stiftungen der Stadt Lemgo; es wird schon in einer Urkunde aus dem Jahre 1285 erwähnt, … ist dann wohl im Laufe der Jahrhunderte etwas heruntergekommen, denn jetzt ist es der letzte Unterschlupf für alte, arbeitsunfähige Jungfrauen der niederen Stände. Auf uns Kinder übte es eine große Anziehungskraft aus. Es kam uns vor wie das Häuschen der sieben Zwerge im Märchen; denn auch hier war alles für sieben Personen zugeschnitten. Nur daß es dort [...]

5. August 2013

Tausend Jahre Heiligenkirchen

Die Kenntnis der Geschichte des Heimatraumes bindet den Menschen fester an ihn und zeigt ihm seinen Wert. Der Lippische Heimatbund betrachtet es daher als eine vordringliche Aufgabe, daß die geschichtliche Entwicklung der lippischen Höfe, Dörfer und Städte unserer heimischen Bevölkerung dargeboten wird.
3. August 2013

Von Valckenhagen nach Falkenhagen

Beschwerlicher Weg durch sieben Jahrhunderte ( Ein Beitrag von 1972)

Etwa auf halbem Wege von Schwalenberg nach Polle bietet sich uns zur Linken der freundliche Anblick zweier imposanter Gebäudekomplexe: der beiden Kirchen zu Falkenhagen! Die Ausmaße dieser Gotteshäuser lassen den Ortsfremden sogleich die Frage stellen, wie es in diesem offensichtlich doch recht kleinen Dorf zu zwei so stattlichen Sakralbauten gekommen sein könnte. Bei einer Antwort wäre weit auszuholen. Genauer gesagt: Es wäre bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zurückzugehen, in [...]

22. März 2013

Graf Ludwig zur Lippe, Gründer der Abtei des Stiftes St. Marien in Lemgo und Schöpfer des Abteigartens

Das Kerckmannsche Haus

Das ehemalige Abteigebäude des Lemgoer Marienstifts an der Breiten Straße gibt dem Betrachter einige Rätsel auf. Die geschwungene Freitreppe, der auf Säulen ruhende Balkon, das von Rokoko-Ornamenten flankierte Doppelwappen mit der Jahreszahl 1769 alles das deutet auf einen Barockbau hin. Dagegen weisen die beiden Giebel mit darüberhin laufenden Gesimsen das Haus in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts. Der ungewöhnlich große Massivbau ist bezeugt als Kerckmannsches Haus. Als Erbauer ist der Licentiat Henrich Kerckmann anzunehmen, der von 1579 bis [...]

20. März 2013

Die ehemalige Klosterkriche zu Blomberg

Im Seligen Winkel zu Blomberg steht seit nunmehr fast 500 Jahren die ehemalige Klosterkirche zum Heiligen Leichnam, heute Pfarrkirche der Reformierten Gemeinde, die im Jahre 1477 vom Paderborner Weihbischof Johannes Ymmink, Episcopus Thefelicensis, geweiht wurde. Das Blomberger Kloster war eine Gründung der Augustinerchorherren aus Möllenbeck, die im Jahre 1468 vom Edelherrn Bernhard VII herbeigerufen worden waren, um eine Gedächtnisstätte zu Ehren des Heiligen Leichnams Christi zu errichten und die aus allen Teilen der Welt zahlreich herbeiströmenden Pilger geistlich zu betreuen, [...]