26. Juni 2015

Das Lemgoer Leinengeschäft seit dem Dreißigjährigen Kriege

In der Lemgoer Kaufmannschaft war während des 30jährigen Krieges der alte Hanseatengeist erstorben. Unternehmungslust und Wagemut waren dahin. Doch als das erste, schlimmste Jahrzehnt nach dem Kriege überstanden war, kamen einsichtige Kaufleute zu der Überzeugung, daß sie ohne Belebung des Exporthandels weiterhin eine kümmerliche Existenz fristen müßten.
8. Juni 2015

Aus der Geschichte des alten „Pulverberghauses“ in Bösingfeld

Wie aus alten Akten des Staatsarchivs Detmold hervorgeht, ist Meister Cordt Möller oder Curt Müller an anderer Stelle auch Curdten Pulvermacher oder kurz der „Pulvermacher“ genannt, der Erbauer des schon viel erwähnten Bauernhauses auf dem Pulverberge, um den unsere Jugenderinnerungen kreisten.
2. April 2015

Auf den Spuren der Hugenotten in Lippe

Im Lippischen Kalender 1951 hat Karl Meier, Lemgo, uns an die zeit erinnert, wo auch in Lippe Hugenotten einwanderten. Wir haben also nicht nur heute ein Flüchtlingsproblem in unserem Lande. Vielmehr suchten nach der Aufhebung des Edikts von Nantes im Jahr 1685 die Hugenotten Frankreichs unter unter unsäglichen Leiden und Gefahren heimlich die Grenze zu gewinnen, um sich in Holland, England, der Schweiz und Deutschland niederzulassen. Man sah auf den Straßen unseres Landes große Scharen von Flüchtlingen . Frankreich verlor [...]

4. März 2015

Lippische Feldpostbriefe 1914 – 1916

Vlotho, 1. August 1914 Liebe Mutter! Die Würfel sind gefallen. Eine schwerwiegende Entscheidung, aber doch eine Erlösung. Endlich weiß man doch, wie es steht. Es ist mobil, aber doch kein Krieg. Vielleicht kommt es doch noch nicht zum Äußersten. Sollt es aber doch eintreffen, so wird der Herr uns schon zum Siege helfen. Liebe Mutter, laß den Mut nicht sinken. Nicht jede Kugel trifft; man muß jedoch auf alles gefaßt sein.
13. Februar 2015

Ein Bauernschicksal aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges

Man schrieb das Jahr 1622. Auf Johann Rügges Hofe in Langenholzhausen ging es heute hoch her. Man hatte den Emtehahn eingeholt, hatte dem Herrgott einen feierlichen Dank dargebracht, und nun wollte auch der Frohsinn sein Recht. Es war ein gutes Jahr gewesen, und der Bauer zeigte sich nicht knauserig.
7. Januar 2015

Die Schlacht bei Minden

Ein Ereignis, von dem im allgemeinen wenig gesprochen wird, obwohl der Schauplatz uns so nahe liegt, ist die Schlacht bei Minden am 1. August 1759. Der Ruhm des großen Friedrich war damals schon so hoch gestiegen und der Glanz seiner Siege bei Roßbach und Leuthen strahlte so hell, daß sein Feldherr auf dem westlichen Kriegsschauplatze, Herzog Ferdinand von Braunschweig, und seine Taten unverdienterweise etwas zurücktreten.
7. Januar 2015

Das Bataillon Lippe in Danzig in den Jahren 1812—13

Infolge des Bündnisses der Grafschaft Lippe mit Frankreich, denn das Land war am 18. April 1807 dem Rheinbund beigetreten, hatte es für die Feldzüge Napoleons in Europa entsprechende Truppenkontingente zu stellen. So nahm es auch Anteil an dem Zug der Großen Armee nach Rußland mit insgesamt 850 Mann (568 Mann Lippe-Detmold, 282 Mann Schaumburg-Lippe) als 1. Bataillon des 5. Rheinbund-Regiments im Verbände der 2. Deutschen Brigade.

Am 27. Mai 1812 meldete der Bataillonskommandeur Oberstleutnant Reineke von Berlin aus den Abmarsch für den folgenden Tag nach Danzig, wo das Bataillon am 19. [...]

12. September 2014

Die Entstehung des Landes Lippe

Aus dem hohen Mittelalter, der Zeit der sächsischen, salischen und Staufischen Kaiser, liegen vor dem 13. Jahrhundert nur verhältnismäßig wenige unmittelbare Nachrichten für das später Lippe genannte Gebiet vor. Seine schon erwähnten Gaue und Kirchspiele im Paderbomer und Mindener Diözesanbereich gehörten zum sächsischen Stammesherzogtum der Liudolfinger, die mit Heinrich I. 919 auch den deutschen Königsthron bestiegen.
12. September 2014

Sachsen und Franken in Lippe

Die Sachsenkriege Karls des Großen, die mit der für die deutsche Geschichte so wesentlichen und folgenreichen Einbeziehung des sächsischen Stammes in das christliche Frankenreich endeten, waren eine Folge der sächsischen Ausdehnung nach Westen. Im 6. Jahrhundert verteidigte sich der Frankenkönig Chlotar I. gegen sie, im 8. Jahrhundert waren es Karl Martell und König Pippin, die in Feldzügen bereits vor Karl in das sächsische Gebiet vorstießen. Bonifatius begann seine Missionstätigkeit bei Fritzlar im fränkischen, aber noch heidnischen Hessenland 719 in einem durch wiederholte sächsische Einfälle heimgesuchten [...]

16. Februar 2014

Die Ritter de Wend zu Varenholz

Am 15. Juni 1323 hatte der Edelherr Simon I. zur Lippe die Burg Varenholz und das Gogericht über das Kirchspiel Langenholzhausen von den Rittern von Vornholte erworben. Er hatte damit einen kühnen Sprung an die auch damals schon als Handelsstraße bedeutende Weser getan und die Grundlage für die spätere Erwerbung des gesamten lippischen Nordens gelegt.
13. Januar 2014

Ein Berliner Ferienkind lernt Lipper Platt

Im März des Jahres 1917 bekam das Bergdorf Talle im lippischen Norden Berliner Ferienkinder. Auch auf dem Lande war damals schon Schmalhans Küchenmeister. Die „Oßen“ hing längst nicht mehr voller Mettwürste, Speckseiten und Schinken. Aber alle Familien, die sich entschlossen hatten, 6 Wochen so ein ausgehungertes Berliner Kind in Pflege zu nehmen, freuten sich auf „ihr Kind“, und sie nahmen sich vor, es ordentlich herauszufuttern und ihm auch sonst alles Gute zu tun. Unter den Ferienkindern befanden sich 2 Schwestern, [...]

7. Oktober 2013

Die Senne als Truppenübungsplatz

Eine abschließende militärische Ausbildung kann auf den Exerzierplätzen der Kasernen allein nicht gegeben werden. Wenn auch die Beherrschung des Exerzierreglements unbedingt zum soldatischen Können gehören muß, so ist es doch nicht zu umgehen, die Truppe auch gefechtsmäßig in den einzelnen Phasen des Kampfes zu üben, denn das „A“ und „O“ jeder militärischen Ausbildung ist schließlich die Heranbildung des für den wirklichen Kampf einsatzfähigen Soldaten, der neben der Theorie auch den gefechtsmäßigen Einsatz mit scharfem Schuß und kriegsmäßiger Munition geübt hat.

Diese [...]

18. September 2013

Haustenbeck im Jahre 1840

Die Dorfschaft Haustenbeck besteht aus 106 Stätten, den Pfarr- und Schulgebäuden, und dem Popp'schen Erbkruge nebst Mühle. Die Colonate liegen zerstreuet in der Senne umher, in einem Umkreise von etwa drei Stunden. Unter denselben ist nur eine einzige Kleinkötterstätte, die übrigen sind Hoppenplöcker-, Straßenkötter- und Neuwohnerstätten.
14. September 2013

Die lippische Rose im Wappen der niederländischen Gemeinde Hardenberg

Es dürfte hinlänglich bekannt sein, daß die »lippische Rose« in zahlreichen nord-rhein-westfälischen — und speziell lippischen — Gemeindewappen vertreten ist, aber wohl kaum, daß sie auch das Wappen einer niederländischen Gemeinde ziert. Seit 1962 nämlich führt die im deutsch-niederländischen Grenzgebiet gelegene Gemeinde Hardenberg (Provinz Overijssel) die rote Rose mit goldenem Butzen und goldenen Kelchblättern im Schilde.1Für die Bereitstellung der Abbildung des Hardenberger Gemeindewappens danke ich der Gemeindeverwaltung in Hardenberg. Nun muß nicht jede rote Rose in silbernem Feld auch [...]

4. August 2013

Erinnerung an ein kleines Kreuz aus weißer Birke in Bergkirchen

In unserer Heimat liegt ein Kirchlein auf einsamer Höhe, dicht am Waldesrande. Bergkirchen heißt es, wie sicher manche Orte in gleicher Lage. Zur Gemeinde gehören die vielen Bauernhöfe, die verstreut im Umkreis liegen. Schon von weitem grüßt der spitze Kirchturm den einsamen Wanderer, der auf stillen Pfaden entlang einem munter plätschernden Bach seinem Ziel zustrebt: Bergkirchen....
2. August 2013

121 Military Governement Detmold

Dieser Rückblick in die Zeit der Militärherrschaft nach  furchtba­rem  Kriegselend  mag  als Teil meiner Erinnerungen gelten, die ich  noch  schreiben  möchte. – Von Heinrich Drake

Am 5. April 1945 in den Abendstunden ließen in Detmold zuerst die amerikanischen, hinterher auch die britischen Truppen ihre Flagge sehen. Wir waren auf alles gefaßt. Denn der Krieg war zu einer unerhörten Härte und Erbarmungslosigkeit gediehen. Was ich noch selber bei mehrwöchiger Schanzarbeit in Holland erleben mußte, war so, daß ich nur mit Schwermut an [...]

31. März 2013

„… totaliter ruinieret…!“ Die letzten Jahre des 30jährigen Krieges in der Vogtei Schlangen 1645-1650

Zeitzeugen schrieben

Nahezu drei Jahrzehnte lang währte bereits der schreckliche Krieg, und das Plündern und Morden wollte nicht enden. Lippe hatte anfangs seine Neutralität erklärt, musste jedoch bald schmerzlich erfahren, dass es die Kriegsparteien nicht kümmerte. Zahlreiche Kriegshandlungen wurden hier ausgetragen, wobei die Vogtei Schlangen neben dem lippischen Südosten am schlimmsten drangsaliert und ruiniert wurde Zeitzeugen schrieben in jener Zeit: „… Es wird berichtet, wie es in der Vogtei Schlangen zugeht … nötig ist es, dass ein Bote mit Schreiben an den [...]

20. März 2013

Barntrup im Dreißigjährigen Krieg

Zur Zeit des Grafen Otto erlebt auch sein Paragialgebiet Lippe-Brake die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges, die auch an Schloß und Stadt Barntrup nicht spurlos vorübergehen. Zuerst rückt 1621 Herzog Christian zu Braunschweig und Lüneburg mit einer “Armada von Soldaten zu Fuß und zu Pferd” an die Weser vor und fällt in die Grafschaft Lippe ein…. Dann kommt 1624 Feldmarschall Tilly nach Lippe. Graf Simon, der Landesregent, und Otto, der Braker Paragialherr, zogen 1622....
20. März 2013

Was Rotkreuzarzt Dr. med. Wilhelm Macherey am Ende des letzten Krieges in Barntrup erlebte

,Am 31. März 1945 brachten in kurzer Zeit feindliche Jagdbomber die Stadt an den Rand des Ruins. Durch diesen schweren Jaboangriff am Ostersonnabend wurden 7 Zivilpersonen im Innern der Altstadt und 3 deutsche Soldaten in der Großen Twete durch Bombenvolltreffer getötet. Von den 450 Häusern erlitten 9 einen Totalschaden und 240 Häuser wurden mehr oder weniger beschädigt. 25 Jahre sind seitdem vergangen.
20. März 2013

Der Tod in den Ellern

Von einem Erlebnis aus dem ersten Nachkriegsjahr soll hier berichtet werden, einer Zeit, als in unserer alten Schule an der Mittelstraße in zwei und in der sog. Roten Schule an der Sophienstraße in drei Klassenräumen zusammen täglich in drei Schichten 550 Schüler unterrichtet werden mussten ...