10. März 2015

Klötterjönken und seine Sippe

„Schickt juck, de Christkindken komt!“

Mit diesem Ruf, schreckhaft erregt und freudig zugleich, flüchteten wir Kinder, klabaster, klabaster — dem Hause zu, immer am Heiligabend nach der „Lichterkirche“, denn das war der „Christkindken“ Zeit in Langenholzhausen vor dem ersten Weltkriege. Und dann standen sie, der ganze „Tropp“, fünf bis zehn, manchmal noch mehr, es gab im Dorfe verschiedene Tropps nach Nachbarschaften, auf der Deele oder in der Stube, alle unkenntlich, maskiert, aus der Konfektion von Kaufmann Hermsmeier, Busch, Kuhlmeier oder eigener [...]

18. Februar 2015

„Sinalco“aus Detmold ein Begriff für die Welt

Werbung aus dem Lippischen Dorfkalender 1955

Im Jahre 1902 brachte der Lippische Getränke-Fachmann Franz Hartmann zusammen mit dem weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt gewordenen Reformer und Heilkundigen Friedrich E. Bilz ein Getränk heraus, das zunächst „Bilz“ genannt wurde. Dieses alkoholfreie Getränk, das aus den verschiedenen Südfrüchten und deutschem Gartenobst hergestellt wurde, zeichnete sich durch seine Eigenschaften, „erfrischend, bekömmlich und wohlschmek- kend“ zu sein, aus und wurde somit bald ein von allen Bevölkerungskreisen begehrtes Getränk.

Bereits ein Jahr später führten über [...]

18. Februar 2014

Lemgoer Strohsemmel

Es ist ein besonderes Merkmal der deutschen Bäckerei, daß sie außerordentlich viele Brotsorten und Gebäcke anbietet. Nahezu jede Stadt und jeder Bezirk hat insbesondere beim Kleingebäck Spezialitäten, die zum Teil auf eine lange Geschichte zurückblicken können und die zum Teil auch nur an bestimmten Tagen des Jahres hergestellt werden. In ihrer geschichtlichen Entwicklung gehen diese Gebäckspezialitäten in vielen Fällen auf die sogenannten Gebildbrote in der Vorzeit zurück, also auf Opferbrote, die den Göttern bei den großen Festen des Jahres und bei [...]

20. Januar 2014

Der lippische Pickert

Pickert oder Pikert nannte man in Lippe und im nordöstlichen Westfalen ein auf dem heißen Herd ohne Unterlage gebackenes flaches Brot. Später bezeichnete der Name ein auf die gleiche Weise oder auf einer gusseisernen Platte aus geriebenen Kartoffeln hergestelltes Backwerk. Der Pickert, dessen Herstellung nur eine geringe Menge Fett beansprucht, ist eine Erfindung der armen Leute des achtzehnten Jahrhunderts. Zur Zeit, als man die ersten Kanonenöfen goss, entdeckte man, dass man auf der Platte der Öfen die Kartoffelkuchen backen konnte [...]