9. Oktober 2017

DIE FESTUNG LEMGO

Was mag den Edelherrn Bernhard II. zur Lippe bewogen haben, für seine zweite Stadtgründung, unser Lemgo, just diesen Platz im Begatale zu wählen?

Zu den wichtigsten topographischen Voraussetzungen für eine mittelalterliche Stadtgründung gehört die Sicherung gegen äußere Feinde. Was eine Siedlung überhaupt erst zur Stadt machte, war die Befestigung durch Mauer, Wall und Graben. Wie bei Bernhards erster Gründung Lippstadt1H. Rothere, Westfälische Stadtpläne, in der Gedächtnisschrift für F. Rörig, 1953 S. 432. die Lippe, so bot bei Lemgo die Bega die Möglichkeit [...]

12. August 2015

Alt-Oerlinglausen von der Sachsenhalle bis zum Bau der Kirche

Heute wissen wir dank der Grabungsergebnisse, daß das altsächsische Urlinchuson nicht oben am Berge, sondern im Talgrund, westlich der alten Kirche, an den Landerquellen lag. Die Scherbenfunde gehören dem 5. bis 10. Jahrhundert an, die Sachsensiedlung hat somit dort 500 Jahre bis zur Vollendung der Kirche bestanden.
18. Juli 2015

Chroniken Lippischer Dörfer – Hohenhausen

Wie schnell kann man heutzutage nach Hohenhausen kommen! Der Autobus, dieser Zauberwagen, der auch die kleinsten Orte unseres schönen Heimatlandes der Welt erschloß, bringt uns hin, fast zu jeder Stunde des Tages. Ist doch Hohenhausen, diese „Metropole des lippischen Nordens“, ein Treffpunkt der großen gelben Wagen geworden.
17. Juli 2015

Der Ursprung der Stadt Detmold

Über den Ursprung der Stadt Detmold fehlen alle Nachrichten. Doch lassen sich auch aus der Lage der Stadt und seiner Umgebung manche Rückschlüsse ziehen. Die Stadt Detmold liegt auf einer Schotterablagerung, welche durch die ins Werretal gespülten Kiesmassen gebildet wurde. Die höchsten Punkte dieses Inselrückens nehmen der Garten der Generalsuperintendentur und die Kirche auf dem früheren Kirchhof ein.
13. Juli 2015

Die Gemarkung Lage im Wandel der Zeit

Das Bild der Gemarkung Lage hat sich seit der Jahrhundertwende gründlich gewandelt. Von der Feldmark des einstigen „freyen Weichbildes tho derLohge“ ist fast nichts mehr übrig geblieben. Verkehr und Industrie, die vorwärtsdrängenden Kräfte in Lages Entwicklung, haben Besitz ergriffen von der Gemarkung.
9. April 2015

Lieme, eine der Urgemeinden des Lippischen Landes

Den Fahrgast der Eisenbahn Hameln bis Bielefeld, der in der Nähe der Station Hörstmar seine Blicke nach Nordwesten schweifen läßt, grüßt in etwa zwei Kilometer Entfernung der schmucke Turm der neuen Kirche in Lieme. Von den Häusern des Dorfes ist kaum etwas zu sehen; sie ducken sich in die Niederung des Begatales, das sich schon hier zu der Schötmarschen Ebene hin ausbreitet, in der sich Bega und Werre vereinigen.
26. Februar 2015

Bauernschaft und Bauernrichter in der Stadt Lemgo

Kulturbilder aus Alt-Lemgo

Als ich jüngst auswärtigen Besuch zu den schönsten Bauten in meiner Vaterstadt Lemgo führte, fiel ihm eines jener alten Straßenschilder auf, die noch aus den Zeiten unserer Großväter übriggeblieben sind, während andere moderneren Platz gemacht haben. Auf den alten stehen außer den Straßennamen rätselhafte Buchstaben: ..Mittelstraße N. B.“ oder „Breite Straße H. G“. Verwundert fragte er nach dem Sinn. Ich erzählte ihm, daß früher alle Häuser der Stadt neben einer Zahl durch solche Buchstaben gekennzeichnet waren; über der [...]

25. Februar 2015

Wo lag das älteste Detmold?

Die erste Erwähnung Detmolds geschieht anläßlich der Schlacht gegen die Sachsen im Jahre 783 im Raum von Detmold — in loco, qui Theotmalli vocatur — am Osninggebirge. Der Schlachtort — der Ort welcher Theotmalli genannt wird — kann sich daher wohl kaum auf den Raum einer kleinen Siedlung erstreckt haben. Vielmehr dürfte es sich wohl um das Gebiet des Gerichtssprengels, also den Gau Theotmalli, handeln. Auch bei Lemgo ist ja der Name des Gaues — Limego — auf die darin [...]

22. Januar 2015

Alt- und Neu Lemgo

Von Dr. Ernst Weißbrodt – Aus Lippischer Kalender 1926 Zu dem “Lippischen Kalender“ hat Lemgo als die älteste Buchdruckerstadt des Landes engere Beziehungen als die anderen Städte; war doch der erste Kalenderdrucker, Albert Meyer, ein Lemgoer Bürger, der am 15. Februar 1676 von dem damaligen Grafen Simon Henrich “Privilegium und Freiheit“ erhielt, “daß alle dasjenige, was in dieser Grafschaft von Gesang und anderen Büchern, Leich-Predigten, Verschen, Calendern und sonsten . . . aufzulegen oder zu trucken vorkömt, nirgend anders als zu [...]

12. September 2014

Die Entstehung des Landes Lippe

Aus dem hohen Mittelalter, der Zeit der sächsischen, salischen und Staufischen Kaiser, liegen vor dem 13. Jahrhundert nur verhältnismäßig wenige unmittelbare Nachrichten für das später Lippe genannte Gebiet vor. Seine schon erwähnten Gaue und Kirchspiele im Paderbomer und Mindener Diözesanbereich gehörten zum sächsischen Stammesherzogtum der Liudolfinger, die mit Heinrich I. 919 auch den deutschen Königsthron bestiegen.
15. Juli 2014

Eine Lippische Kleinstadt um 1820

„Ordnung muß sein!“ — auch eine Städteordnung. So erließen „Von Gottes Gnaden Paul Alexander Leopold, Regierender Fürst zur Lippe, Edler Herr und Graf zu Schwalenberg und Sternberg usw.“ für das Fürstentum Lippe eine Städteordnung, die am 16. Mai 1843 verkündet wurde.
25. Oktober 2013

Leopoldshöhe — einst

Leopoldshöhe — eine stolze Zeit für eine junge Kirchengemeinde, aber auch für einen schönen lippischen Ort, dessen Entwicklung mit einer Kirche und zwei, drei Häusern begann, und der inzwischen ein stattlicher Ortsteil einer modernen Großgemeinde geworden ist. Das sollte Anlaß sein, eine kleine Rückschau in die Vergangenheit zu tun.

Es besteht gar kein Zweifel, daß in unserer Gemeinde Germanen gewohnt haben; Funde in Krentrup und Greste weisen darauf hin. Ob in Leopoldshöhe selbst eine germanische Siedlung war, bleibt dagegen offen.

Verfolgt man [...]

17. September 2013

Blomberg im Mittelalter

Lebensbild einer lippischen Stadt anno 1283

Den historischen Hintergrund  kann man kurz durch den Hinweis skizzieren, daß in Deutschland im Jahre 1273 die „kaiserlose schreckliche Zeit“ durch die Wahl Rudolfs von Habsburg zum König beendet wurde. Er hat bis zu seinem Tode 1291 die deutsche Kaiserkrone nur deshalb nicht bekommen, weil er es mit dem Papst nicht konnte. Dieses Amt hatte von 1280 — 1285 Martin IV. inne, ein früherer Kanzler des französischen Königs, von dem man sagt, er hätte am [...]

12. September 2013

Oerlinghausen — einst und jetzt

Auf Grund eines lippischen Landesgesetzes vom 27. April 1926 wurden der damaligen Dorfgemeinde Oerlinghausen die Stadtrechte verliehen. Die Urkunde des Landespräsidiums zeigt durch ihre schlichte äußere Gestaltung, daß damals nach Krieg und Inflation noch wirtschaftliche Not herrschte. Unterschrieben wurde die Urkunde von Heinrich Drake, Max Staercke und Friedrich Geise.

Als die Nachricht von der Verleihung der Stadtrechte eintraf, da verkündeten „Böllerschüsse“ vom Tönsberg das freudige Ereignis. Zum 1. Bürgermeister wurde August Reuter gewählt. Er war seit 1919 der Ortsvorsteher der Dorfgemeinde [...]

5. August 2013

Tausend Jahre Heiligenkirchen

Die Kenntnis der Geschichte des Heimatraumes bindet den Menschen fester an ihn und zeigt ihm seinen Wert. Der Lippische Heimatbund betrachtet es daher als eine vordringliche Aufgabe, daß die geschichtliche Entwicklung der lippischen Höfe, Dörfer und Städte unserer heimischen Bevölkerung dargeboten wird.
3. August 2013

Von Valckenhagen nach Falkenhagen

Beschwerlicher Weg durch sieben Jahrhunderte ( Ein Beitrag von 1972)

Etwa auf halbem Wege von Schwalenberg nach Polle bietet sich uns zur Linken der freundliche Anblick zweier imposanter Gebäudekomplexe: der beiden Kirchen zu Falkenhagen! Die Ausmaße dieser Gotteshäuser lassen den Ortsfremden sogleich die Frage stellen, wie es in diesem offensichtlich doch recht kleinen Dorf zu zwei so stattlichen Sakralbauten gekommen sein könnte. Bei einer Antwort wäre weit auszuholen. Genauer gesagt: Es wäre bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zurückzugehen, in [...]

28. März 2013

Burg und Stadt Schwalenberg

Zwei Begebenheiten sind es, die für Schwalenberg und seine Bewohner von besonderer Bedeutung sind: der Bau der Burg Schwalenberg durch Graf Volkwin um 1200 und die Entstehung des Burgfleckens, am Fuße des Burgberges gelegen. Um das Gefühl der Zusammengehörigkeit von Burg und Ort, das sich entwickelte und im Laufe der Jahrhunderte festigte und Bedeutung erlangte, zu verstehen, ist es notwendig, sich über beide, Burg und Flekken Schwalenberg, zu unterrichten und sich in die Geschichte beider zu vertiefen. Wie tief und fest dieses [...]

20. März 2013

Von Bernictorp zu Barntrup

Wer vom Steinberg oder aus der Vogelschau auf das südöstliche Gebiet unserer Gemarkung Barntrup herabsieht, gewahrt einen Fahrweg, der von der Bundesstraße 66 gegenüber der neuen katholischen Kirche abzweigt und nach Südosten auf die Bundesstraße 1 zugeht, genau da einmündend, wo die Pyrmonter Chaussee sich mit dieser wichtigen Fernstraße verbindet. Dieser Gemarkungsweg heißt „Schratweg“ oder im Volksmunde „Schrotweg“, auch auf der Gemarkungskarte von 1883. Es ist ein alter Fahrweg, wahrscheinlich einer der ältesten mit, der „schräg“ durch die Felder auf [...]

19. März 2012

Die Verleihung der städtischen Privilegien an Salzuflen

Am 20. Juni 1447 gingen die blühenden Ortschaften Salzuflen und Ritteruflen, die ein Weichbild bildeten, in Flammen auf. Zur Zeit der Soester Fehde, in der Graf Bernhard VII. zur Lippe es mit der Stadt Soest hielt, verheerten bekanntlich die auf den Ruf des Erzbischofs Dietrich von Köln gegen die Stadt Soest marschierenden Böhmen das Lipperland und mit ihm besonders Salz- und Ritteruflen und auch den....